Finalisten: Blooom Award 2017

THE DORF stellt vor: Finalisten des Blooom Award by Warsteiner

2017 ist ein aufregendes Jahr für die Düsseldorfer Kunstszene. Die erste Ausgabe der Kunstmesse „Art Düsseldorf“ findet vom 16. bis 19. November auf dem Areal Böhler statt und wird mit Spannung erwartet. Neben hochkarätigen Galerien bekommen auch junge Künstler eine Plattform: Die zehn Finalisten des Blooom Award by Warsteiner zeigen ihre Werke in einer Sonderausstellung. Die drei Gewinner des Nachwuchspreises werden dann am 17. November bei der Preisverleihung gekürt.

Der Wettbewerb, der seit 2010 durch die familiengeführte Brauerei unterstützt wird, bietet jungen Kunstschaffenden aus aller Welt die Chance, im internationalen Kunstmarkt Fuß zu fassen. Die Arbeiten der jungen Künstler zeichnen sich vor allem durch ihre Individualität aus. In diesem Jahr bewarben sich mehr als 2.300 Künstler aus 90 Ländern – so viele wie nie zuvor. Die zehn, die es unter die Finalisten geschafft haben und ihre Arbeiten auf dem Areal Böhler präsentieren, stellen wir hier vor. Außerdem haben wir die Finalisten für den Beitrag jeweils um ein Selfie von sich gebeten.

Nadine Baldow (Deutschland)
Mit ihrem Kunstwerk ‚Marked Sheep‘ verwandelt die Dresdnerin Schafwolle in ein buntes Kunstwerk aus Magenta, Blau, Violett, Gelb und Orange. Die Inspiration dazu kam ihr bei einem Schottlandurlaub: „Dort bin ich auf knallbunte Schafsherden in einer idyllischer Landschaft getroffen und war sofort fasziniert. Die Schafe sind als Tiere einerseits eindeutig Teil der Natur – durch ihre knalligen Markierungen werden sie allerdings zum offensichtlichen Störfaktor in der Landschaft.“ Sie stellt damit die Frage, was bunt markierte, nach Produkteigenschaften kategorisierte Tiere in der Landschaft über unser Verhältnis zu Natur aussagen.

Dongwhan Kang (Süd-Korea)
Was bedeutet Menschsein? ‚Die atmende Maschine‘ heißt das Werk von Dongwhan Kang. Durch dieses Werk stellt der Künstler sich und dem Betrachter die Frage, als was man den Menschen sehen will: Als Ebenbild Gottes, als denkendes Tier, oder, wie er, als eine atmende Maschine. Auf Latein, so heißt es in seiner Erklärung, heißt Atem ‚Spiritus’, zugleich bedeutet das Wort auch ‚Geist‘. So sieht Dongwhan Kang das Atmen als ein lebensnotwendiges und zugleich fundamentales Stück des Menschseins, das sich ständig wiederholt.

Zoe Forster (UK)
Zoe Forster setzt sich in ihrem Werk mit dem alltäglichen Aberglauben auseinander, der in der Gesellschaft zu finden ist. „Viele der Frauen in meinem Leben sind sehr abergläubisch, sie würden panisch werden, sollte ein Paar Schuhe auf dem Tisch stehen oder würden drei aufeinanderfolgende Kanaldeckel in einer Baustelle meiden, um Unglück zu meiden. Die Männer in meinem Leben tun dies aber nicht.“ Diese Beobachtung brachte die Künstlerin dazu, zu folgern, dass Menschen eher zum Aberglaube neigen, je weniger sie ihre Zukunft kontrollieren können. ‚Charming‘ heißt der Titel ihrer Arbeit, der sich sowohl auf Zaubersprüche, als auch auf einen charmanten Umgang – ebenfalls eine fast magische Fähigkeit, Menschen in Bann zu ziehen – beziehen kann.

Antonio Guiotto (Italien)
Wer kennt und hasst sie nicht: Spam-Mails. Der italienische Künstler Antonio Guiotto bekam zu seinem Geburtstag mehr Spam als Glückwünsche und hat deshalb ein Jahr lang die lästigen E-Mails gesammelt, um sie einer Collage neu zusammenzusetzen. Mit „One year of spam“ möchte an die alltägliche Manipulation aufmerksam machen, der wir ausgesetzt sind, und die Frage aufwerfen, wie die mediale Gegenwart uns beeinflusst.

Julian Harper (USA)
Julian Harper untersucht mit seiner Kunst zwischenmenschliche Beziehungen, insbesondere im Bezug auf Rasse und Performance. Aus dieser Motivation heraus schuf er unter anderem das Video „It´s Getting Hot in This Cosby Sweater“. Darin tanzt er, vom Publikum abgewandt, scheinbar ohne Choreographie zu einem simplen Beat. Er will die Grenze zwischen lustig und schmerzhaft anzusehen erforschen, ebenso wie Zuschreibungen aufgrund von Rasse und Aussehen.

Inbal Hoffman (Israel)
Die in Tel Aviv lebende Künstlerin Inbal Hoffman konfrontiert in ihrem Werk moderne Alltagsgegenstände mit der Spätrenaissance. Heutige Gebrauchsgegenstände, Haushaltsmüll und organische Elemente verbinden sich darin mit Botanik und Wissenschaft zu einem Kuriositätenkabinett, das sich rund um einen Einkaufswagen arrangiert. Die Message? „Alles kann Kunst sein. Das Kunstwerk kann amüsieren und sollte nicht zu ernst genommen werden. Es gibt daran nichts zu verstehen, kein richtig oder falsch, nur ein paar visuelle Assoziationen, die zusammengeworfen werden. Entweder man mag es, oder nicht.“

Shahar Marcus (Israel)
In seinem Video ‚Homecoming Artist‘ fährt Shahar winkend in einem Cabrio durch Dresden – die Siegesrunde eines Rückkehrers, der es in der Kunstwelt zu etwas gebracht hat. „Kennen Sie Shahar Marcus, den Künstler?“ werden die Passanten, die ihn sehen, gefragt. Einigen ist anzusehen, dass sie schwer überlegen müssen. Sollten sie ihn kennen? Er spielt damit humorvoll auf die ‚Art Bubble‘ an, außerhalb derer ihn wenige kennen oder sich mit Kunst auseinander setzen, die nicht zum Kanon gehört.

Andrea Schönborn (Deutschland)
Texturen bilden den Ausgangspunkt der Kunst von Andrea Schönborn. Auch ihre Arbeit ‚Metamorphosis’ spielt mit Texturen und Gegensätzen: Papier überzogen mit Graphit. Was macht der Betrachter daraus? Ein schweres, metallenes Objekt oder ein zerknülltes und wieder aufgefaltetes Papier? Inspiration für ihre Arbeiten sind oft die Materialien selbst. So fasziniert sie die matte Textur von Gips oder die glatte Oberfläche von Lack. Ganz wichtig ist ihr auch das Thema Freiheit: Es ist ein ständiges Experimentieren, Ausprobieren neuer Möglichkeiten und schließlich das Vertrauen auf den eigenen kreativen Prozess.

Arshia Sohail (Pakistan)
Frei wie ein Vogel oder vogelfrei? In ihrem Werk ‚Freedom‘ spielt Arshia Sohail mit dem Begriff der Freiheit. Ein Metallkäfig in Form dieser Buchstaben behaust Vögel. Damit möchte die aus Pakistan stammende Künstlerin auf die Kontextabhängigkeit und das subjektive Verständnis einzelner Wörter aufmerksam machen.

Yun-Ling Chen (Taiwan)
Ein surrealer Balanceakt: Eidotter auf Monokel an Wand. Künstlerin Yun-Ling möchte mit ihrem Kunstwerk die Grenze zwischen Wissen und Unwissen, zwischen Wahrhaftigkeit und Abstraktum aufheben. „‚Not Really Really‘ ist eine sehr sensible, raunende und zudem kleine Arbeit, die auch nicht verkäuflich ist. Gleichermaßen ist es aber auch eine Arbeit, in der ich eine neue Sprache gefunden habe, meine Sichtweise des Materialismus interpretieren zu können“, sagt die Künstlerin über das Werk.

Drei Gewinner werden unter diesen zehn Finalisten bei der großen Preisverleihung am 17. November um 18 Uhr auf dem Areal Böhler in der Halle am Wasserturm bekannt gegeben. In diesem Jahr gibt es außerdem einen weiteren Gewinner in der neuen Sonderkategorie „Musikvideo“. Der Blooom Award setzt auf nachhaltige Kunstförderung: Die Preise beinhalten nicht nur Reisen zu den wichtigsten Kunstevents der Welt, Mentoring durch erfahrene Kunstakteure, sowie eine eigene Ausstellung in einer etablierten Galerie, sondern auch eine Sonderausstellung auf der Art Düsseldorf, zu der 30.000 bis 40.000 Besucher erwartet werden.

Übrigens: Nach der Preisverleihung ist auch eine Afterparty mit DJ Sello und Phil Fuldner geplant – man munkelt, dass es auch das eine oder andere Freibier geben soll. Ihr möchtet beim Blooom Award dabei sein? Dann schnell rüber zu Facebook. Dort verlosen wir 5 x 2 Tickets für das Event! Das Gewinnspiel läuft vom 01. bis zum 07. November 2017. Viel Glück!

Weitere Information gibt es unter: www.blooomawardbywarsteiner.com

Text: Barbara Russ
Fotos: Selfies / Selbstporträt von den Künstlern
© THE DORF 2017

Blooom Award 
Sonderausstellung im Rahmen der ART DÜSSELDORF
Vom 17. – 19. November 2017

Areal Böhler
Hansaallee 321
40549 Düsseldorf

Öffnungszeiten

Freitag, 17.11. | 12 – 19 Uhr
Samstag, 18.11. | 11 – 19 Uhr
Sonntag, 19.11. | 11 – 19 Uhr