Durch die Nacht mit Laura Catania

Name: Laura Catania
Alter: 31
Geburtstort: Gelsenkirchen
Beruf: Supportmachine

Gelernter Beruf: Master of Arts in Communication Design
Webseite: www.lauracatania.de
Social: Instagram

Als Laura zum Studieren nach Düsseldorf kam, plante sie nicht wirklich zu bleiben. Mittlerweile ist sie seit neun Jahren in der Stadt und hat keinerlei Absicht mehr, zu gehen. Warum? Nicht nur ihre Designarbeiten (unter anderem Corporate Identity für die Sammlung Philara, Website Design für die Moholy-Nagy Foundation und Andreas Gursky) sind stark gefragt, kürzlich hat sie sich auch erst eine eigene Waschmaschine zugelegt. Wir trafen Laura nicht nur zum Interview, sondern auch zum spontanen Night-Trip durch Düsseldorf.

Du wurdest in Gelsenkirchen geboren, bist aber Wahldüsseldorferin. Wann und warum kamst du nach Düsseldorf? Und warum bist Du geblieben? Gelsenkirchen kann nur Fußball und als ich aufgehört habe zu spielen, stand fest, ich muss weg! 2008 hat es dann geklappt. Da war ja dieses Kommunikationsdesignstudium, was ich relativ schnell nach neun Jahren beendet habe. Geblieben bin ich nicht, ich bin zurückgekommen, aus Berlin, weil ich in Düsseldorf das Gefühl hatte, eine Aufgabe zu haben und es nicht egal ist, ob ich in dieser Stadt lebe oder nicht. Das war in Berlin anders. Ich liebe Düsseldorf! Der Salon des Amateurs und die Kunstakademie Düsseldorf haben in erster Linie dazu beigetragen. Eigentlich habe ich fast ausschließlich jeden Menschen, der eine entscheidende Rolle in meinem Leben spielt, in diesen beiden Institutionen oder darüber kennengelernt.

Welche(r) Designer hat Dich in Deinem Schaffen am nachhaltigsten beeinflusst? Thomas Spallek.

Welches Design hättest Du gerne geschaffen? Das Corporate Design der Volksbühne Berlin, welches das autonome Grafikbüro LSD 1992 entwickelt hat. Für mich eines der klügsten Designs für öffentliche Institutionen im Kunst- und Kulturbereich in einer Stadt, die damals im Umbruch war (oder permanent ist). Das LSD-Design gerne selber erschaffen, würde ich auch gar nicht sagen, es beeindruckt mich und ich bewundere es. In dem Vorwort des Buches LSD Berlin –Gebrauchsgrafik und Fotografie beschreibt Diedrich Diedrichsen sehr treffend: »[…] Das LSD-Design für Volksbühne und umgebende kulturelle Milieus ist wie ein Baum, an den sich die flüchtigen Situationen des aufgewirbelten Berlins lehnen können. Eine konstante unter lauter Variablen. Ein Rahmen, der gerade auf den Bildern in diesem Buch es der Flüchtigkeit ermöglicht, ihre suggestive Schönheit gegen die im Chaos erkennbaren Absichten derer zu behaupten, die das alles wieder sinnvoll und stabil bebauen wollen.«

Für Andreas Gursky hast Du zuletzt eine Website gestaltet. Welcher andere Künstler wäre Dein Traumkunde? Mein Traumkunde nach Andreas Gursky wäre Madonna.

Und mit welchem Künstler würdest Du gerne mal in Düsseldorf um die Häuser ziehen? Katharina Sieverding ist die beste Begleitung der Stadt – egal in welcher. Ansonsten hätte ich gerne mal ein Date mit Trisha Donnelly.

Wie sähe Euer Abend aus? Meistens wird es Übermorgen.

MORGENS

Guten Morgen – wo trinkst du morgens Deinen Espresso in der Stadt, um wach zu werden? Zu Hause oder in Unterbilk im Büro.

Zum Sonntags-Brunch und ausgedehnten Frühstück trifft man dich… Sonntags ist bei mir ja noch »übermorgen«

Den besten Kaffee gibt es… in der Rösterei VIER, ehem. Woyton

MITTAGS

Lecker, gesund und frisch lunchen gehst du in Düsseldorf… zu Yabase auf die Klosterstraße (aber nur, wenn Claudia Zeit hat)

NACHMITTAGS

Drei Plätze in Düsseldorf, die du deinen Gästen unbedingt zeigen musst: Den Rosengarten am Stadtmuseum, Salon des Amateurs und den Düsseldorfer Hbf, um in den Zug nach Neuss Richtung Insel Hombroich zu steigen.

Zum Kaffeeklatsch mit Küchlein & Co. trifft man dich: Bei Schinkentoni am Carlsplatz.

ABENDS

Wo verbringst du am allerliebsten einen gemütlichen Abend mit Freunden? Die meisten Abende mit Freunden werden (by an accident) meistens nicht »gemütlich«.

Welches Restaurant repräsentiert für dich am meisten den typisch-charakteristischen Geschmack von Düsseldorf? Dauser, die Gullaschkanone am Carlsplatz.

Ein Restaurant, wo du immer mal hinwolltest, aber noch nie warst: Das Nagaya… glaube ich, dass es das war. Es war auf jeden Fall teuer und japanisch.

Dein absoluter Gastro-Geheimtipp-Lieblings-Spot, den du hier mit allen teilen möchtest Geheimtipp höchstwahrscheinlich schon lange nicht mehr, aber das Olio ist und bleibt ein Dauerbrenner.

NACHTS

Deine Lieblingsbar: Ellington Bar oder zu ganz besonderen Anlässen auch mal die Nacktbar Solid Gold. Die Weingalerie am Carlsplatz besuche ich vor allem im Sommer gerne.

Eine ganz besondere, erinnerungswürdige Nacht in Düsseldorf hast du wo verbracht? Welche Nacht? Düsseldorf?

Dance the night away! Getanzt wird hier: Salon, Ding Dong!

IMMER

Wo und wann fühlst du dich wie ein „richtiger Düsseldorfer“? Wenn ich mit meiner 70-jährigen Nachbarin im rheinischen Slang problemlos im Hausflur Konversation führen kann.

Könnte man Düsseldorf essen, schmeckt es nach… wahrscheinlich irgendwas mit Senf.

Was liebst du am meisten an Düsseldorf? »Voll von Zeitgeist und Glamör, einfach die geilste Stadt, ich schwör.« (Quelle: »Düsseldorf, du Stadt der Wunder« – Chiqueria)

Was hasst du am meisten an Düsseldorf? Diese Stadt ist nur für Liebe.

Gibt es Plätze oder Orte in der Stadt, die dich in deinem Job inspirieren? Komischerweise irgendwie immer an einer Bar.

STIL

Wo suchst & findest Du Möbel für Deine Wohnung? Ich hab neulich erst alles rausgekarrt…

Deine Top 3 Shopping-Adressen in Düsseldorf? Sorry, da muss ich nach Köln. 😛

Gibt es (einen) Düsseldorfer Designer oder Künstler, den du besonders schätzt und wenn ja, warum? Einen Düsseldorfer Menschen gibt es und zwar Julia Stoschek, da sie der ausschlaggebende Impuls war, dass ich mich überhaupt für Kunst interessiere und dass alles so gekommen ist, wie es gekommen ist.

Der beste Ort, um Leute zu beobachten? Montagmittag nach der Rundgang-Woche in der Kunstakademie – dort findet man die ganze Wahrheit.

Nach welchen Regeln stylst du dich? Was geht gut und was geht gar nicht? Kopf nach hinten, Haargummi. Augenbrauen kämmen. Gar nicht geht Karneval.

Beschreibe den typischen Düsseldorfer-Stil in drei Worten: Blond, beige, weiblich

ALLGEMEIN

Was ist dein Lieblingsessen? Dorade und alles, was Papa kocht.

Dein Lieblingsreiseziel ist? Berlin, weil da die meisten Freunde wohnen. Und der Wahnsinn war Mexiko, da würde ich unbedingt noch mal hinwollen.

Dein All-Time-Favorite-Song? »Persian Love« von Holger Czukay.

Für welchen Verein schlägt dein Herz? Schalke (das muss man antworten, wenn man aus Gelsenkirchen kommt)

 

Vielen Dank!

Text: Barbara Russ
Fotografie: Sabrina Weniger
© THE DORF 2017/2018