Ausstellung @ Y1a2012

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Am 12. Oktober lädt der Düsseldorfer Marc Booten gemeinsam mit dem Kurator Leonard E. Pleschberger zum nun vierten Mal in die privaten vier Wände seiner Wohnung auf der Yorkstraße ein. Gezeigt wird die Ausstellung Y1a2012 mit Arbeiten der Künstler Moritz Karweick, Alexander vom Holt, Kirsten Lampert, Matthias Köster und Jens Schneider.

Nein, hiermit möchten wir kein brandneues und supermodernes Starschiff der Enterprise Raumfahrtreihe vorstellen. Auch steckt hinter der obskuren Buchstaben-Zahlenkombination nicht etwa ein möglicherweise verschollenes Geschwisterchen des Star Wars Lieblings R2D2. Hinter diesem Namen verbirgt sich etwas anderes.

Eine Gruppenausstellung, in der der Kurator und Initiator Leonard J.E. Pleschberger eine Vielzahl von Künstlern unterschiedlicher Generationen, die in unterschiedlichen Medien arbeiten, versammelt: Vom skulpturalen Ansatz, über klassische Zeichen- und Maltechniken bis hin zu Arbeiten aus dem Prozess von Form- und Bildfindung. Beheimatet ist die Initiative in den privaten Räumlichkeiten vom Düsseldorfer Marc Booten, die für einen Abend lang zum Ausstellungsort werden. Versteckt in einem Hinterhof, flankiert von hohen Wohngebäuden, öffnet sich ein bewusst reduzierter und in seiner baulichen Wesentlichkeit gehaltener Ort. Der Name? Ein Duett aus Raum und Zeit. Aus der Yorkstraße 1a und dem Gründungsjahr 2012 wird Y1a2012.

Verbindungsglied der gezeigten Arbeiten ist die jeweils
unterschiedliche Beschaffenheit des verwendeten Materials:
Durch den Umgang mit den jeweils zur Verfügung
stehenden Mitteln wird ein je individuelles Ergebnis
erschaffen.

In seiner Verwendung von Stahl beobachtet so beispielsweise Moritz Karweick aufmerksam das Wesen seines skulpturalen Materials. Er bestimmt dieses nicht auktorial, sondern reagiert in einer gemeinschaftlichen Kommunikation auf die Wege und Züge, die es von sich aus annimmt. Dies lässt in seiner Arbeitsweise einen großen Spielraum für das Zufällige und Ungeplante. Die Kalkulation des Nicht- Kalkulierbaren, das Zufällige, Momentane und Irrationale durchschreiten seine Skulpturen, die zwischen Schwere und Leichtigkeit changieren und das unnachgiebige und eigenwillige Material zu einem unerwarteten Formenkonvult überführen.

Weitaus bildreicher und konkret darstellend funktionieren hingegen die Werke von Kirsten Lampert, die bereits langjährig Maltechniken an der Kunstakademie Düsseldorf lehrt. Ihre entweder auf Leinwand oder Papier angefertigen Öl- bzw. Acrylarbeiten vermengen ihre persönlichen Erlebnisse auf Reisen und die dabei gewonnenen visuellen Entdeckungen zu jeweils kleinen Mikroerzählungen. In ihrer Arbeitsweise werden unterschiedlichste Bildquellen gleichwertig zu neuen Erzählungen und malerischen Assemblagen verwoben, die durch Assoziation und Komposition miteinander interagieren und über ihre Erfahrungen berichten.

Alexander vom Holt wiederum ist ein autodidaktischer Maler, der vor kurzem seine an Wänden von öffentlichen Straßen und Räumen erprobte Arbeitsweise auf die Leinwand überführt hat, um mit ihren jeweiligen Spezifika zu arbeiten. Sein Interesse an dieser traditionellen Grundlage drückt sein Engagement aus, das Medium neu zu entdecken.

Ihre innere Leuchtkraft gewinnen die Ölbilder von Matthias Köster mit Hilfe von Aluminiumplatten, die als Untergrund für seine malerischen Werke dienen. Durch die mangelnde Griffigkeit der Oberfläche scheinen seine Bildwelten von einer Weichheit getragen, die die zugespitzten Darstellungen auflösen und die pointierte Sexualität in ihrer Überformung ausstellen. Das Aluminium verhindert eine feste Materialität der Farbe, wodurch sich in den Darstellungen jegliches Raumgefühl verliert. Im Zusammenspiel mit der beiläufigen Beleuchtung des Ausstellungsraums ermöglichen seine Werke eine individuelle Erfahrung abhängig vom je spezifischen Blickwinkel des Betrachters.

Der letzte im Bunde, Jens Schneider, ist nach seinem Studium der Kunstgeschichte und Philosophie als Stylist tätig und arbeitet in seinen fotografischen Werken daran, die jeweils individuellen Charakteristika und Wesenheiten der abgebildeten Personen in Szene zu setzen. Darüber hinaus spielt er in seinen künstlerischen Werken mit der Manipulierbarkeit von bildlichen Mitteln und unterläuft in seinem Medium Wahrnehmungsprozesse. Seine offen sexuell angefüllten Arbeiten zeigen eine selbstbewusste Mischung aus Repräsentation und Hedonismus, die in Form von Vexierbildern eine dichte und uneindeutige Form der Darstellung üben.

Wer nun schon immer mal in fremden Mauern Mäuschen spielen und dabei sein Kunstinteresse mit neuen Eindrücken stillen möchte, der ist bei Y1a2012 genau richtig und vor allem willkommen. Die Vernissage beginnt am 12. Oktober um 19 Uhr auf der Yorkstraße 1a.

Text: Vanja Janjic / Dennis Brzek
Fotos: Jens Schneider (Künstler) + GKF photography (Location)

Ort: Y1a2012
Eröffnung: 12. Oktober 2016 | ab 19 Uhr
Adresse: Yorckstr. 1a | 40476 Düsseldorf

Die Ausstellung kann nach dem Eröffnungsabend bis zum 11. November 2016 auf Anfrage besichtigt werden. Interessenten wenden sich bitte an folgende Mobilfunknummer: +49 177 – 8511002

Mit freundlicher Unterstützung von:

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