Play Video- und Performance-Festival

Let’s play: Beim Video- und Performance-Festival Play spielt Düsseldorf sogar ausnahmsweise mal mit Köln, denn vom 30. Juni bis 2. Juli 2017 findet in beiden Städten das Festival als Biennale alle zwei Jahre statt.

Das Video- und Performance-Festival Play wurde 2013 von der Kölner Galerie ampersand und dem Kölner Verein CAT Cologne ins Leben gerufen. Die Zielsetzung: Die regionale Video-Kunstszene mit dem Schwerpunkt Köln/Düsseldorf zu stärken und dieser ein Ausstellungsforum zu bieten. Das Festival findet als Biennale alle zwei Jahre unter verschiedenen Schwerpunktsetzungen statt. Der Festivalname „Play“ liegt nahe und verweist in seiner Mehrfachbedeutung einerseits auf die Play-Taste der Video-Abspielgeräte, andererseits aber auch auf das Theaterstück, welches das genealogische Bindeglied zwischen Video- und Performancekunst darstellt.

Zudem versteht sich der Festivaltitel „Play“ auch als Aufforderung zum Spielen und somit als genreübergreifender künstlerischer Imperativ. Der Schwerpunkt der Künstlerauswahl liegt auf regionalen Positionen, die jedoch durch überregionale Positionen ergänzt werden, sofern über den Künstler oder die Arbeit ein Bezug zur Region erkennbar wird. Ziel ist es hierbei die Düsseldorfer und Kölner Videokunstszene näher zusammenzubringen und stärker zu vernetzen.

Kuratiert wird das 2017er Festival von Falko Bürschinger (Galerie ampersand), Julia Haarmann (CAT Cologne) und Zalar Kalantar (Galerie am Meer, Lager3, HONDA). Nummer drei läuft unter dem Schwerpunkt Interaktionsräume. Ziel des Festivals ist es, die unterschiedlichen Interaktionsräume in denen Videos und Performances auf den Rezipienten treffen, zu erforschen darzustellen und zu reflektieren. Diese reichen von der klassischen Präsentation einer Videoinstallation, die im Ausstellungsraum der Galerien erfahren werden kann, bis zu interaktiven Formaten, die ausschließlich online abgerufen werden können. Diese Schwerpunktsetzung erfolgt vor allem vor dem Hintergrund der Tatsache, dass sich Video als Kommunikationsmedium in den letzten Jahren inflationär ausweitet und immer stärker in die Sphäre des öffentlichen Raums vordringt.

Das Rheinland, insbesondere Köln und Düsseldorf spielten für die Entwicklung der Video- und auch Performance-Kunst eine bedeutende Rolle. Künstler wie Ulrike Rosenbach, Nam June Paik, Marcel Odenbach und Klaus von Bruch waren Anfang der 70er Jahre in der Region künstlerisch aktiv und wurden in Kölner und Düsseldorfer Galerien ausgestellt. Die enorme Bedeutung des Rheinlands für die Entwicklung dieser Kunstformen ist außerhalb der Kunstszene jedoch kaum bekannt. Eine Stärkung der regionalen Videokunst-Szene soll auch dazu führen, dass Bewusstsein stärker auf die regionale Tradition im Bereich der Entwicklung der Neuen Medien zu lenken.

So sind in Düsseldorf die Galerie am Meer, das LAGER3 sowie das Ex-Capitol Theater am Worringer Platz dabei. In den Galerien und Veranstaltungsräumen der Initatoren (Galerie ampersand, CAT Cologne, W57) werden Arbeiten gezeigt werden, die nur vor Ort in ihrer räumlichen Präsenz erlebt werden können. Hierzu zählen beispielsweise skulptural-installative Arbeiten sowie 3D-Arbeiten, die nur als ein mit dem Betrachter interagierendes Raumerlebnis funktionieren. Die Ausstellung ist sogar bis zum 22. Juli 2017 in den Galerieräumen von LAGER3 und Galerie am Meer, Düsseldorf zu sehen.

Ein großer Teil des Festivals wird außerhalb des abgeschirmten Kunstbereichs der Galerien stattfinden und in den öffentliche Raum vordringen. Im Vordergrund steht hierbei die Fragestellung, inwieweit Arbeiten aus den Bereichen Video- und Performance sich dazu eignen mit einem Publikum zu interagieren, dass nicht bewusst zu einer Ausstellung geht, sondern mehr oder weniger überraschend und zufällig mit dieser Form von Kunst konfrontiert wird. Der dritte Interaktionsraum, den das Festival bespielen wird, ist der virtuelle Raum. Das Internet hat sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem virtuellen Performance-Raum entwickelt, dem sich kaum noch jemand entziehen kann.

FESTIVAL ARTISTS
Keren Cytter | Julia Bünnagel | Pola Sieverding | Israel Aten | Felix Adam | Kimo Arbas | Banz & Bowinkel | BERGERNISSEN | Florian Bittner | Borderless TV | Raphael Brunk | Rosalind Breen | Roxxy Chaos | Felix Contzen | Matthias Danberg | Dan Halter | Michael Heym | Philipp Hamann | Heidi Hörsturz | Sam Hopkins | M.R. Ketonge | Timofey Kratz | Kilian Kretschmer | Florian Kuhlmann | Khanyisile Mbongwa | Anna-Lena Meisenberg | Axel Pulgar | Evamaria Schaller | Roland Schappert | Pascal Sender | Roman Szczesny & Hedda Schattanik | Reut Shemesh | Daphne Stahl | Viktoria Strecker | Joël Verwimp | Breeze Yoko

Alle Infos & Ausstellungsorte auf
www.festival-play.de 

Fotos: Veranstalter/www.festival-play.de