Patrick Mölleken

Name: Patrick Mölleken 
Alter: 23 Jahre
Beruf: Schauspieler/Sprecher
Gelernter Beruf: Schauspieler & Sprecher

Geburtsort: Haan
Wohnort: Düsseldorf & München
Webseite: www.patrickmoelleken.com 

Aus der beschaulichen Kleinstadt in die große, weite Welt – Schauspieler Patrick Mölleken kommt nur noch selten in seine Geburtsstadt Haan. Dort ist er aufgewachsen, inzwischen lebt er in Düsseldorf und München, wenn er nicht gerade für Dreharbeiten die ganze Welt bereist. Im Interview erzählt er von Optimismus und seiner Liebe zu Italien.

Wer Patrick Mölleken trifft, bekommt sogleich das Gefühl, dass die Sonne aufgeht. Der 23jährige Schauspieler aus Düsseldorf hat gerade einen Kurzfilm gedreht – im Düsseldorfer Medienhafen.
Schon bei der Antwort auf die erste Frage wird deutlich: Patrick Mölleken liebt es Geschichten zu erzählen. Nicht nur sein Beruf, sondern auch eine Eigenschaft, die ihn privat auszeichnet. Er besitzt eine Begeisterungsfähigkeit, der man sich nur schwer entziehen kann.

Wenn er erzählt, leuchten seine Augen. Und so hat schließlich auch alles angefangen: „Als Fünfjähriger auf einer Kreuzfahrt. Jeden Abend gab es Live-Musik zum Dinner und irgendwie wollte ich auf diese Bühne.“ Gesagt, getan. Patrick fragte kurzerhand den Kapitän, ob der nicht eine Aufgabe für ihn habe. Er sei ein Sonnenschein, sagte dieser zu ihm und ließ ihn fortan jeden Abend die Gäste begrüßen. „Der Funke sprang sofort über, bei mir und bei den Leuten!“, erinnert sich der heute 23jährige.

Optimist aus Prinzip

Patrick ist keiner dieser Gesprächspartner, denen man jedes Wort aus der Nase ziehen muss. Er erzählt in lockerem Ton von seiner Schulzeit, die er in der beschaulichen Kleinstadt Haan verbrachte. Dabei war sein Schulalltag um einiges aufregender, als der seiner Mitschüler: „2004 stand ich zum ersten Mal vor der Kamera für ‚Alarm für Cobra 11‘, ein Jahr später habe ich fünf Wochen in England gedreht.“ 2007 bestieg er zum ersten Mal das „Traumschiff“.

Patrick Mölleken ist Optimist aus Prinzip. „Das liegt vor allem an meinen Eltern und wie ich aufgewachsen bin. Sie haben mir beigebracht, immer das Positive zu sehen.“ Das ist wichtig in einem Beruf wie dem des Schauspielers, in dem man sich auch negativen Einflüssen gegenüber behaupten muss. Doch der charmante junge Mann hat seine Art, damit umzugehen, gefunden: „Ich blende Negativität aus, die bringt mich nicht weiter. Anders als konstruktive Kritik, denn die ist ja sogar nötig, um sich entwickeln zu können und besser zu werden.“ Sein Optimismus: bewundernswert. Und je länger Patrick erzählt, desto mehr glaubt man ihm, dass dieser Optimismus keineswegs gespielt ist.

Noch etwas fällt im Gespräch mit Patrick Mölleken auf: Seine Stimme. Freundlich und offen, wie auch sein Blick und seine Körperhaltung. Er spricht deutlich, weder zu laut, noch zu leise, setzt gekonnt Betonungen. Schnell, aber nicht stolpernd sondern rhythmisch erzählt er und malt mit seinen Worten und den Gesten seiner Hände Bilder in die Luft. Patrick Mölleken könnte ebenso gut aus dem Telefonbuch vorlesen, man hört ihm einfach gerne zu. Und wen wundert es da, dass er neben der Schauspielerei noch ein zweites Standbein als Synchron- und Hörbuchsprecher hat, auch das ziemlich erfolgreich: 2010 las er unter anderem mit Hella von Sinnen das Hörbuch „Wie man unsterblich wird“ ein – die Produktion wurde mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet.

Wenn er von seiner neusten Hörbuchproduktion („Die Missisippi-Bande“ von Davide Morosinotto) erzählt, dann klingt und sieht es aus, als würde er spontan ein Ein-Mann-Theaterstück aufführen. Zwischendurch wechselt er mühelos ins Italienische – „Ah la lingua italiana é la lingua la più bella del mundo“ – und es wird deutlich, wie wohl er sich auch in dieser Sprache fühlt. Zu dem Land Italien hat der Schauspieler eine ganz besondere Beziehung: Mit Allessandro Preziosi („Er ist das italienische Pendant zu Matthias Schweighöfer“, erklärt Patrick) und Tanja Wedhorn drehte er 2013 in Apulien „Liebe lieber Italienisch“.

Die Komödie über eine deutsch-italienische Familie hatte bei ihrer Erstausstrahlung durch den italienischen Fernsehsender RAI UNO knapp 6 Millionen Zuschauer. Über sich selbst sagt er: „Ich bin ein absoluter Familienmensch, das ist mir unglaublich wichtig. Ich war nie der Einzelkämpfer sondern immer ein Teamplayer.“ Auch das mag man ihm sofort glauben.

Zehn Jahre nach seiner ersten Reise mit dem „Traumschiff“ ist Patrick Mölleken in diesem Jahr wieder an Bord gegangen. Für die Dreharbeiten reiste er nach Cuba. „Das liebe ich an meinem Job: Ich kann nebenbei die Welt bereisen!“ Arbeitszeit sei schließlich auch Lebenszeit. Sein Alltag fordert oft Spontanität: „Die Termine für Dreharbeiten stehen meist lange im Voraus fest. Aufträge als Sprecher bekomme ich eher spontan.“ Das erfordert Organisationstalent. Doch auch hierbei behält der junge Schauspieler den Überblick. „Ich bin Autodidakt und mache am liebsten möglichst viel selbst. Manchmal fühle ich mich dabei wie ein Start-Up: Pressearbeit, Bildauswahl und Fotobearbeitung, meine Facebook-Seite oder auch ganz banale Dinge wie die Steuererklärung.“ Aber das gehöre eben auch dazu, sagt Patrick. Auch ein Schauspieler stünde eben nicht immer nur im Rampenlicht: „Viele denken als Schauspieler stehst du hier und da mal ein paar Tage vor der Kamera, aber es gehört viel mehr dazu. Es ist auch harte Arbeit.“

„Eigentlich war ich noch viel zu jung für diesen Film“

Doch seine Leidenschaft für die Schauspielerei ist ungebrochen groß. Immer schon sei er filmaffin gewesen. Besonders ein Streifen ist ihm im Gedächtnis geblieben: „Als ich zum ersten Mal ‚Der Pate‘ sah, war ich unheimlich beeindruckt!“ Und wie als hätte ihm jemand eine Regieanweisung zugerufen, verdunkelt sich plötzlich Patricks Blick. Er lehnt sich zurück, zieht die Augenbrauen zusammen und seine Hand wandert zum Mund um einen tiefen Zug von einer imaginären Zigarre einzuatmen, die seine Finger halten. Plötzlich wirkt er viel älter als noch vor wenigen Augenblicken. „Un’offerta che non potrai rifiutare“, krächzt Al Capone aus dem Schatten in der Ecke hinter dem Fenster. Gleich darauf kehrt der junge Patrick zurück. „Ich war eigentlich noch viel zu klein für diesen Film“, lacht er.

Mittlerweile ist aus dem fünfjährigen Sonnenschein ein ernstzunehmender Schauspieler geworden, der mit gerade mal 23 Jahren bereits auf Rollen in achtzehn Kinofilmen und etlichen TV-Produktionen zurückblickt. Der Kurzfilm „A good story / Eine gute Geschichte“, in dem er den jungen Wehrmachtssoldaten Adam spielt, wurde 2013 auf dem Londoner Raindance Festival zum „Best International Shot“ und sogar zum „Film of The Festival“ gekürt, was ihn für eine Oscar-Nominierung qualifizierte.

Im kommenden Frühling wird Patrick Mölleken gleich mehrfach im Fernsehen zu sehen sein, unter anderem in der neuen ZDF-Vorabendserie „WAPO Bodensee“. In der neuen ZDF-Herzkino-Reihe „Frühling – Schritt ins Licht“ ergatterte er eine durchgehende Rolle an der Seite von Simone Thomalla. Patrick Mölleken verabschiedet sich. Obwohl Samstag ist, hat er noch einige Termine – weiter geht’s ins Tonstudio. Zurück bleibt der Eindruck eines sympathischen jungen Mannes, der seinen Beruf, das Geschichtenerzählen, lebt und liebt, der trotz seines Erfolges zugänglich ist und dessen Optimismus nachhaltig gute Laune verbreitet.

MORGENS

Guten Morgen – wo trinkst du morgens Deinen Espresso in der Stadt, um wach zu werden? Im Café Bazzar.

Zum Sonntags-Brunch und ausgedehnten Frühstück trifft man dich… in der Konditorei Heinemann.

MITTAGS

Lecker, gesund und frisch lunchen gehst du in Düsseldorf… im Café D im Medienhafen.

NACHMITTAGS

Deine Lieblingsroute zum Spazierengehen, Schlendern, Kopf-Frei-Kriegen: Die Rheinpromenade oder die Rheinwiesen entlang.

Drei Plätze in Düsseldorf, die du deinen Gästen unbedingt zeigen musst: Altstadt & Kö, den Medienhafen und Kaiserswerth

Zum Kaffeeklatsch mit Küchlein & Co. trifft man dich hier: Im Wiener Kaffeehaus im De Medici.

ABENDS

Wo verbringst du am allerliebsten einen gemütlichen Abend mit Freunden oder der Familie? Im Hausmann’s in der Altstadt oder im Rocca im Gehry’s.

Welches Restaurant repräsentiert für dich am meisten den typisch-charakteristischen Geschmack von Düsseldorf? Das Schiffchen in der Altstadt.

Ein Restaurant, wo du immer mal hinwolltest, aber noch nie warst: Das Lido 1960 im Medienhafen.

Dein absoluter Gastro-Geheimtipp-Lieblings-Spot, den du hier mit allen teilen möchtest? Das japanische Restaurant KIKAKU auf der Klosterstraße. Bei dem tollen Team um meinen lieben Freund Seiichi Saito fühle ich mich immer wie zu Hause.

Dein Lieblings-Altbier: Uerige – Das Alt der Stadt.

NACHTS

Deine Lieblingsbar oder Dein Lieblingsbartender ist: Die DOX Bar im Hyatt Regency. Der Jamaican Mule ist sehr zu empfehlen!

Eine ganz besondere, erinnerungswürdige Nacht in Düsseldorf hast du wo verbracht? An Karneval in der Altstadt. Und das nicht nur einmal (lacht).

Dance the night away! Getanzt wird hier: Die erste Adresse war das St. James! Dort habe ich auch meinen 18. Geburtstag gefeiert. Leider gibt es den Club nicht mehr…

IMMER

Wo und wann fühlst du dich wie ein „richtiger Düsseldorfer“? Immer. Rund um die Uhr. Egal wo auf dieser Welt.

Was vermisst du an der Stadt, wenn du nicht in Düsseldorf bist? Die rheinische Lebensfreude, den Blick auf den Rhein.

Könnte man Düsseldorf essen, schmeckt es nach… Freiheit und der großen weiten Welt. Oder nach Schokolade und Vanille, wie der Düsseldorfer Radschläger…

Was liebst du am meisten an Düsseldorf? Den Blick auf die Düsseldorfer Skyline von der Rheinkniebrücke aus. Der Rhein ist für mich ein Symbol der Freiheit, das Wasser mein Element. Wenn ich manchmal am Ufer sitze, ist es so, als wäre ich ganz weit weg an irgendeinem Strand. Ein schönes Gefühl.

Was hasst du am meisten an Düsseldorf? Dafür ist meine Liebe zu groß.

Gibt es Plätze oder Orte in der Stadt, die dich in deinem Job inspirieren? Oft zieht es mich an die Kasematten, nach Kaiserswerth oder in den Medienhafen, wo Rhein und Skyline auf einmalige Weise miteinander verschmelzen. Gerne lasse ich auch im Hofgarten oder bei den Enten am Schwanenspiegel die Seele baumeln und tanke neue Energie. Außerdem faszinieren mich die historischen Teile der Stadt, wie z.B. das Areal Böhler, der alte Speditionshafen oder eben die Altstadt, wo ich mich nach Feierabend auch gerne mal mit meinen Freunden treffe.

STIL

Wo suchst & findest Du Möbel für Deine Wohnung? Im stilwerk auf der Grünstraße.

Deine Top 3 Shopping-Adressen in Düsseldorf? Der HUGO BOSS Store (Sponsoring), Breuninger, Schadow-Arkaden.

Gibt es (einen) Düsseldorfer Designer oder Künstler, den du besonders schätzt und wenn ja, warum? Joseph Beuys und Jörg Immendorff, die mit ihrer eigenwilligen Kunstinterpretation führende Rollen eingenommen und die Düsseldorfer Kunstszene geprägt haben.

Der beste Ort, um Leute zu beobachten? Ich beobachte keine Leute – es sei denn, ich bereite mich auf eine Rolle vor. Das geht dann überall.

Nach welchen Regeln stylst du dich? Was geht gut und was geht gar nicht? Da mache ich mir nicht so viele Gedanken. Alles reine Intuition.

Beschreibe den typischen Düsseldorfer-Stil in drei Worten: Rheinisch, modisch, weltoffen.

ALLGEMEIN

Was ist dein Lieblingsessen? Ein saftiges Rib-Eye-Steak vom USA Greater Omaha Beef.

Wo oder wobei kannst du am besten entspannen? Workout, Musik, ein guter Film.

Dein Lieblingsreiseziel ist? Karibik, naher Osten.

Welches Buch liegt aktuell auf dem Nachtisch? Ein neues Drehbuch zur Vorbereitung auf meine kommende Produktion und „Die stille Bestie“ („An Evil Mind“) der Robert Hunter Reihe von Chris Carter.

Welchen Kinofilm hast du zuletzt gesehen? Die Weltpremiere von LOGAN mit Hugh Jackmann and Sir Patrick Stewart am vergangenen Freitag im Berlinale Palast. Das war der Abschlussfilm der 67. Internationalen Filmfestspiele Berlin 2017.

Dein All-Time-Favorite-Movie? The Godfather.

Aktuell läuft auf deiner Playlist/deinem Plattenspieler? „1977“ von Anna Tijoux. „It’s a beautiful day“ von Michael Bublé.

Dein All-Time-Favorite-Song? „My Way“

Für welchen Verein schlägt dein Herz? Fortuna Düsseldorf! 95 Olé!

Gibt es etwas, was du dir für Düsseldorf wünschst, was dir in der Stadt fehlt? Düsseldorf ist eine internationale Stadt von unglaublicher Vielfalt. Sie ist Wirtschaftsmagnet, Kultur, Kunst-, Medien- und Modehochburg. Je nach Geschmack und Geldbeutel kommt hier jeder auf seine Kosten.

Vielen Dank!

Text: Simone Ahrweiler
Fotos: Andreas Kuschner / ALIMONIE
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