Miki Kekenj

Name: Miki Kekenj
Alter: 37 Jahre
Beruf: Geiger/Konzertmeister
Gelernter Beruf: Orchestermusiker

Geburtsort: Braunschweig
Wohnort: Düsseldorf-Oberrath
Webseite: www.mikizuhause.com

 

„Düsseldorf ist eine geordnete Stadt, die unter der Oberfläche äußerst spannend ist.“
– Miki Kekenj

In seiner Biographie steht, dass er irgendwann einfach das gemacht hat, was er kann: Geige spielen und HipHop-Tracks produzieren. Wie was? Das passt doch gar nicht zusammen? Bei Miki Kekenj schon. Hauptberuflich verdient Miki sein Geld „ganz seriös“ als Violinist und Konzertmeister bei den Bergischen Symphonikern. Und nebenbei arbeitet er mit internationalen Musikern wie Erykah Badu, Aloe Blacc oder deutschen Rappern wie Curse oder Megaloh. Multitalent Miki kann nicht nur Geige spielen – er rappt, komponiert, moderiert, organisiert, produziert und arrangiert. Wir treffen Miki beim Spaziergang zum Robert-Schumann-Saal.

Miki lebt und liebt Musik – und das schon von klein auf. Der gebürtige Braunschweiger spielt bereits seit seinem sechsten Lebensjahr Geige. Miki sagt: „Ich stamme aus einer Musikerfamilie, in der seit Generationen das Geigenspiel weitervererbt wird. Lediglich ein Pianist und ein Klarinettist bildeten die Ausnahme. Ich bewundere deren Mut!“ Sein Talent gepaart mit einer gehörigen Portion Ehrgeiz verhalfen ihm zu einem erfolgreichen Werdegang.

Mittlerweile ist er Violinist bei den Bergischen Symphonikern, im Volksmund auch der erste Geiger genannt. Als Konzertmeister ist er das Bindeglied zwischen dem Orchester und dem Dirigenten. Seine Aufgabe besteht in erster Linie darin, die Anweisungen des Dirigenten technisch umzusetzen. Miki sagt: „Mein Instrument gehört zu mir wie meine Arme und Beine. Ich mache mir über die Geige ebenso wenig Gedanken wie über meine Gliedmaßen.“

In seinem zweiten Leben macht Miki HipHop Musik. Er begann im Alter von 15 Jahren eigene Texte zu schreiben und Beats zu produzieren. Damals trennte er die Geige strikt vom HipHop. Denn es war schließlich völlig uncool, als Jugendlicher Geige zu spielen. Trotzdem lag es nahe, diese beiden musikalischen Welten irgendwann zu kombinieren.

Mit Anfang 20 zog es den jungen Musiker für sein Studium an der Musikhochschule Düsseldorf in die Landeshauptstadt. Nur zwei Jahre später, im Jahr 2002, startete er sein erstes eigenes Projekt: „Opus 1“, das HipHop und Klassik vereint. Dabei komponiert, arrangiert, produziert und performt er seine Musik zusammen mit Gastkünstlern, die in sein musikalisches Konzept passen. Seine Idee, klassische Musik und HipHop Musik zusammenzubringen schlug große Wellen und brachte Miki namenhafte Unterstützung von HipHoppern wie Curse und MC Rene ein. Miki sagt heute über sein Werk: „Ich mache einfach das, was ich kann. Tracks produzieren und Geige spielen. Mehr nicht… aber auch nicht weniger.“

Am 27. Oktober 2007 feierte „Opus 1“ seine erste offizielle Aufführung vor ausverkaufter Hütte im Robert-Schuhmann-Saal. Krönend für seinen ersten großen Erfolg entstand aus diesem Auftritt ein erfolgreiches Album. (Das gibt es hier kostenlos zum Download…) Ihm gelang damit der Startschuss in die Welt der Crossover-Kultur. Nach diesem Projekt nahm seine Entwicklung einen rasanten Lauf an. Er bewegte sich weg vom HipHop und fokussierte sich immer mehr auf andere Musikgenres. So schaffte er es durch die Fusion von klassischer Musik mit Pop, Soul oder sogar Techno unterschiedliche Zielgruppen für neue Genres zu begeistern und zu gewinnen.

Sein Konzept: Bei den Auftritten werden die Künstler aus der Pop oder Soul Kultur häufig von seinem Takeover! Ensemble mit Kammermusik begleitet. Das Ensemble ist zwar kleiner als ein Orchester, es kommen dennoch ausschließlich klassische Instrumente zum Einsatz. Dank der Crossover-Kultur erlebte Miki ein persönliches Highlight in seiner musikalischen Laufbahn. Für die temporäre MADE-Galerie in Berlin legte er seinen HipHop Background zur Seite und komponierte im klassischen Sinne mehrere kammermusikalische Werke. Ob den „Valse Automatique“, ein Stück für Violine und Klavier, oder die Konzertreihe „Moments at MADE“, wo er mit seinem Streichquintett Soulgrößen wie Aloe Blacc und Erykah Badu in ein klassisches Gewand gehüllt hat.

So spielte er mit seinem Takeover! Ensemble zusammen mit Aloe Blacc vor gerade einmal 200 Gästen, darunter befanden sich Musikgrößen wie Max Herre und Xavier Naidoo. „Durch dieses Event habe ich meine Emotionen zur Musik wieder entdeckt“, so Miki. Sein Ehrgeiz treibt ihn immer weiter voran. Im Dezember 2016 bestritt er gemeinsam mit Musiker Max Mutzke zwei ausverkaufte Konzertabende hintereinander im Robert-Schumann-Saal. Mit Max Mutzke arbeitete Miki bereits vor einigen Jahren zusammen.

Mit „Speak“, einem Musikvermittlungsprojekt des Barockorchesters „Concerto Köln“ und der „Philharmonie Köln“ wagte er sich 2015 in die kreative Projektarbeit mit Jugendlichen. Zusammen mit zwei Schulklassen der 8. Jahrgangsstufe entwickelte er über mehrere Monate Rap-Texte, die auf HipHop-Remixen des Requiems von W.A. Mozart geschrieben und berappt wurden, die er eigens für das Projekt komponiert hat.

Diese Songs wurden in das klassische Requiem integriert und vor nahezu ausverkaufter Philharmonie in Köln zur Aufführung gebracht. Die Jugendlichen wurden von Miki in professioneller Manier auf das Konzert und die Bühnensituation vorbereitet und haben in den Monaten der Zusammenarbeit ein Werkzeug an die Hand bekommen, mit dem sie kreatives Potential entdecken und fördern können. Die Öffnung dieses „inneren Kanals“ und der gegenseitige Respekt vor den eigenen Ideen war Mikis Hauptanliegen.

Zuletzt arbeitete er an einem Projekt mit dem Techno-Musiker Marc Romboy. Dabei ging es um die Fusion von klassischer und elektronischer Musik, die Uraufführung fand am 12. Dezember 2016 in Dortmund statt. Auch für 2017 stehen spannende musikalische Projekte an. Ein Kinderbuch ist ebenfalls in Planung. Mehr verrät Miki an dieser Stelle noch nicht. Wir möchten wissen: Gibt es vielleicht auch eine Fortsetzung seines Opus 1 Projektes? Das feiert schließlich im Oktober 10jähriges Jubiläum.“ Miki lacht: „Ja, es schreit förmlich nach Opus 2! Ideen gibt es viele. Ich halte euch auf dem Laufenden…“

MORGENS

Guten Morgen – wo trinkst du morgens Deinen Espresso in der Stadt, um wach zu werden? Ich trinke keinen Kaffee!

Zum Sonntags-Brunch und ausgedehnten Frühstück trifft man dich… im Café Mangold auf der Ulmenstraße, Ecke Römerstraße.

MITTAGS

Lecker, gesund und frisch lunchen gehst du in Düsseldorf… auf die Immermannstraße. Entweder im Kushi Tei of Tokyo oder zu Takumi. Oder aber in Die Kurve in Pempelfort.

NACHMITTAGS

Deine Lieblingsroute zum Spazierengehen, Schlendern, Kopf-Frei-Kriegen: 
Im Sommer an den Rheinwiesen auf Höhe der Klever Straße und in Richtung Norden laufen.

Drei Plätze in Düsseldorf, die du deinen Gästen unbedingt zeigen musst:
– Immermannstraße (kulinarisch)
– Aaper Wald, beginnend mit dem Waldkindergarten, in dem meine Kinder waren/sind.
– Rheinwiesen

Zum Kaffeeklatsch mit Küchlein & Co. trifft man dich hier: Café Hüftgold

ABENDS

Wo verbringst du am allerliebsten einen gemütlichen Abend mit Freunden oder der Familie? Zu Hause.

Welches Restaurant repräsentiert für dich am meisten den typisch-charakteristischen Geschmack von Düsseldorf? Die japanischen Restaurants auf und um die Immermannstraße herum. Und die Brauerei zum Füchschen mit „Himmel und Ähd.“

Ein Restaurant, wo du immer mal hinwolltest, aber noch nie warst: Finanzämtche

Dein absoluter Gastro-Geheimtipp-Lieblings-Spot, den du hier mit allen teilen möchtest? Ich bitte Euch! Ihr kennt doch schon alles… 😉

Dein Lieblings-Altbier: Füchschen!

NACHTS

Deine Lieblingsbar oder Dein Lieblingsbartender ist: Squarebar!

Eine ganz besondere, erinnerungswürdige Nacht in Düsseldorf hast du wo verbracht? Anaconda Bar in der Altstadt. Wir begannen ganz gesittet mit einem Bier und endeten mit Latino-Gangtattoos auf der Hand, die wir auch Fremden verpassten.

Dance the night away! Getanzt wird hier: Elephant Bar, aber nur wenn Charly Murphy auflegt!

IMMER

Wo und wann fühlst du dich wie ein „richtiger Düsseldorfer“? In einem der Brauhäuser. Definitiv!

Was vermisst du an der Stadt, wenn du nicht in Düsseldorf bist? Wir wollen jetzt nicht übertreiben… 😉

Könnte man Düsseldorf essen, schmeckt es nach… in Nori-Blatt und Reis eingerollte, gebratene Blutwurst.

Was liebst du am meisten an Düsseldorf? Die Aufgeräumtheit.

Was hasst du am meisten an Düsseldorf? Die Aufgeräumtheit.

Gibt es Plätze oder Orte in der Stadt, die dich in deinem Job inspirieren? Was ich wirklich schätze, ist der Rhein, also das fließende Wasser. Er bringt ein Stück weit Ruhe, zu der man kommt.

STIL

Wo suchst & findest Du Möbel für Deine Wohnung? Am liebsten zufällig. Ein Freund entdeckte mal in einer Schule eine Mensa voller alter Eames-Stühle.

Deine Top 3 Shopping-Adressen in Düsseldorf? Afew Store, Souq & Tiger of Sweden

Gibt es (einen) Düsseldorfer Designer oder Künstler, den du besonders schätzt und wenn ja, warum? Düsseldorf ist so reich an Kunst und Kultur, ich würde mich da nicht für einen bestimmten Künstler entscheiden wollen.

Der beste Ort, um Leute zu beobachten? Die Straßenbahn!

Nach welchen Regeln stylst du dich? Was geht gut und was geht gar nicht? Erlaubt ist, was gefällt und die Persönlichkeit unterstreicht.
 Mein Fokus liegt auf Bequemlicheit. Optisch mag ich eine Mischung aus Eleganz und Sportlichkeit. Ich bin aber absoluter Sneaker-Maniac. Zum Leidwesen meines Bankkontos.

Beschreibe den typischen Düsseldorfer-Stil in drei Worten: Kann – ich – nicht

ALLGEMEIN

Was ist dein Lieblingsessen? Habe gerade meine Frau dazu befragt. Sie sagte: Schweinshaxe mit Kartoffelbrei und Sauerkraut. Am Liebsten im Himmel und Ähd auf der Nordstraße.

Wo oder wobei kannst du am besten entspannen? Am Sonntag, mit meiner Familie auf der Couch. Bei einem guten Zeichentrickfilm und in Jogginghose!

Dein Lieblingsreiseziel ist? Porto, Portugal.

Welches Buch liegt aktuell auf dem Nachtisch? Romeo und Julia. Schaffe aber immer nur eine Seite, dann schlafe ich ein. Liegt aber nicht an der Lektüre!

Welchen Kinofilm hast du zuletzt gesehen? Ich habe wirklich keine Ahnung…

Dein All-Time-Favorite-Movie? „Und täglich grüßt das Murmeltier“ mit Bill Murray.

Aktuell läuft auf deiner Playlist/deinem Plattenspieler? Beginner

Dein All-Time-Favorite-Song? „Listen“ von Talib Kweli.

Für welchen Verein schlägt dein Herz? Als Jugendlicher mochte ich die Portland Trailblazers. Ich war großer NBA-Fan. Hatte also damals schon ein Herz für „Underdogs“…

Gibt es etwas, was du dir für Düsseldorf wünschst, was dir in der Stadt fehlt? Nein, tatsächlich gibt es nichts, was mir aktuell in der Stadt fehlt.

Vielen Dank!

Text: Nico Bülles, Tina Husemann
Fotos: Judith Buethe
© THE DORF 2017