Mavi Garcia zur Ausstellung KONTINUUM @ BETONBOX

Name: Mavi Garcia
Alter: 42 Jahre
Beruf: Künstlerin
Gelernter Beruf: Autodidakt

Geburtsort: Málaga
Wohnort: Düsseldorf
Webseite: www.mavigarcia.de

“Kauen muss der Zuschauer selbst.”

Das sagt die Künstlerin Mavi Garcia und lacht. Sowieso hat die gebürtige Spanierin viel (schwarzen) Humor und Selbstironie. Die 1975 in Málaga geborene Künstlerin lässt sich vom Leben inspirieren – ihre Werke sind realitätsnah, ehrlich und nah dran. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Düsseldorf und Aachen.

Mavis künstlerische Arbeit in verschiedenen Disziplinen – wie Installation, Fotografie und Performances – verbindet eine gemeinsame Ästhetik. Der Kunsthistoriker Stefan Skowron beschreibt ihre Kunst als „laut“ – und empfindet ihre Werke als Aufzeigen der Grenzen unserer Welt und als Aufforderung, etwas zu tun. Mavi erfindet in ihren Arbeiten keine neue Welt. Eher betrachtet sie das, was ist, radikal und ungeschönt – aber nie als Mittel zum Zweck. Nur kauen, muss der Zuschauer selbst.

In Aachen läuft seit letztem Jahr ihr Kunstprojekt Die Zelle. Und bereits 2012 gründete sie gemeinsam mit Florian Zeeh und Bernhard Kucken den Kunstraum BETONBOX in Düsseldorf. In einem ausgebauten Schutzbunker in Rath-Mitte sind regelmäßig Wechselausstellungen des nunmehr achtköpfigen Künstlerkollektivs und Gästen zu sehen.

Der Kollektivgedanke wird in der Ausstellung KONTINUUM aufgenommen – dabei ist der Titel Programm. In Kooperation mit Künstlern des Alfred-Instituts Tel Aviv wurden sechs Künstlergruppen gebildet. Innerhalb des letzten Jahres erarbeiteten die 15 KünstlerInnen Beiträge verschiedenster künstlerischer Disziplinen.

Seit dem 9. April sind die israelischen Künstler nun vor Ort – in den letzten Tagen bis zur Vernissage am 13. April heißt es intensiv arbeiten. Vom 13. bis zum 30. April sind Fotokunst, Malerei, Installationen, Objekte und Performance zu sehen. Oberbürgermeister Geisel und Prof. Dr. Myssok, Kunstakademie, begrüßen die Gäste. Um 20.30 Uhr beginnt die Performance „I Remember“ von Mavi Garcia, Talya Raz und Ruth Mensah.

„I Remember“ will die Sphäre zwischen Digitalem und Analogem betrachten. Welchen Einfluss hat das Digitale auf unser Verhalten? Welches Bild geben wir in der digitalen Welt von uns Preis? Leben wir in Zustimmung oder Ablehnung des Digitalen? Oder befinden wir uns vielleicht genau dazwischen?

Jede Künstlerin nimmt eine Etage des Treppenhauses in Anspruch und bespielt sie. Am Abend der Eröffnung findet auf jeder Etage eine Performance statt. Beim Hinaufsteigen der Treppen sieht der Zuschauer aber zunächst schwarz – die Etagenabsätze, in denen private Räume installiert wurden, sind verhangen. Erst durch ein Live-Bild der versteckten Räume im Foyer der BETONBOX wird ein digitales Fenster zu den Künstlerinnen eröffnet.

ÜBER DICH & DIE KUNST

Für Leute, die dich und deine Kunst nicht kennen, wie würdest du deine Arbeiten beschreiben? Meine Arbeit in verschiedenen Disziplinen verbindet eine gemeinsame Ästhetik. Laut dem Kunsthistoriker Stefan Skowron ist meine Kunst „laut“, ohne dass ich die Provokation als Mittel zum Zweck nutze.

Wie bist du zur Kunst gekommen und wann hast du damit angefangen? Mein Einstieg in die Kunst war die Fotografie, die ich vor etwa 16 Jahren für mich entdeckt habe. Davon ausgehend habe ich mich in verschiedene Bereiche reingearbeitet. Künstler(in) zu werden ist für mich ein Prozess, der nie endet.

Welche Künstler haben dich geprägt und inspiriert und tun es noch heute? Ich orientiere mich nicht an bestimmten Vorbildern. Ich versuche mit offenen Augen durch das Leben zu gehen und alle Einflüsse aufzusaugen.

Was schätzt du an Düsseldorf? An Düsseldorf schätze ich die multikulturelle Struktur und die Weltoffenheit.

Wie siehst du die Düsseldorfer Kunstszene? Zum Teil zu sehr in sich geschlossen, was viele etablierte Kreisläufe so an sich haben.

Was vermisst du, wenn du in anderen Ländern ausstellst? Ich bin gerne an anderen Orten.

ALLGEMEIN

Guten Morgen – wo trinkst du morgens Deinen Espresso in der Stadt, um wach zu werden? In der Ellerstraße, in einem kleinen marokkanischen Café.

Lecker, gesund und frisch lunchen gehst du in Düsseldorf… Ich lunche nicht.

Drei Plätze in deiner Stadt, die du deinen Gästen unbedingt zeigen musst: Die Schlüssel-Brauerei, den Rhein und die BETONBOX

Wo verbringst du am allerliebsten einen gemütlichen Abend mit Freunden oder der Familie? In der Küche.

Ein Restaurant, wo du immer mal hinwolltest, aber noch nie warst: Nagaya

Dein absoluter Gastro-Geheimtipp-Lieblings-Spot, den du hier mit allen teilen möchtest? Trattoria Via appia

Deine Lieblingsbar oder Dein Lieblingsbartender sind: Tigges und Kassette

Eine ganz besonderes Erlebnis oder Begegnung in Düsseldorf? Ich hab einmal das Metropol-Kino einen ganzen Film für mich alleine gehabt.

Gibt es Plätze oder Orte in deiner Stadt, die dich in deinem Job inspirieren? Der Rhein.

Deine Top 3 Shopping-Adressen? Ich shoppe nicht.

Gibt es (einen) Düsseldorfer Designer oder Künstler, den du besonders schätzt und wenn ja, warum? Josef Beuys

Was ist dein Lieblingsessen? Libanesisch

Wo oder wobei kannst du am besten entspannen? In meinem Atelier.

Dein Lieblingsreiseziel ist? Marokko

Welches Buch liegt aktuell auf dem Nachttisch? Dime quien soy

Welchen Kinofilm hast du zuletzt gesehen? Lommbock

Dein All-Time-Favorite-Movie? Angel-A

Aktuell läuft auf deiner Playlist/deinem Plattenspieler? Nick Cave/Skeleton Tree

Dein All-Time-Favorite-Song? Joaquín Sabina – Calle Melancolía

Vielen Dank!

Text: Ruth Mensah
Fotos: Nathalie Bertrams
© THE DORF 2017

Ausstellung: Kontinumm
13. April 2017 bis zum 30. April 2017
Betonbox
Münsterstr. 500
40472 Düsseldorf
www.beton-box.de
Öffnungszeiten
Fr – So: 13 – 19 Uhr
und nach Vereinbarung unter +49 15732764245