Lisa Kunst

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Name: Lisa Kunst
Alter: 36 Jahre
Beruf: Chief Organizer bei CreativeMornings DUS
Gelernter Beruf: Werbekauffrau

Geburtsort: Düsseldorf
Stadtteil: Unterbilk
Webseite: www.creativemornings.com

 Das müssen wir nach Düsseldorf holen!

Obwohl Lisa Kunst keine Frühaufsteherin ist, schält sie sich einmal im Monat so richtig früh aus dem Bett, um gemeinsam mit ihrem Mann Rainer CreativeMornings Düsseldorf zu veranstalten. Vor ziemlich genau einem Jahr holten die beiden den internationalen Kreativtreff zum ersten Mal nach Düsseldorf. Seitdem treffen sich einmal im Monat freitags um 8.30 Uhr in wechselnden Locations schöpferisch-tüchtige Menschen zu einem vorgegebenen Leitthema. Mittlerweile übrigens in 130 Städten weltweit. Nach zwölf Veranstaltungen in der Stadt trafen wir Initiatorin Lisa im Interview zu einem kleinen Rück- und Ausblick von CreativeMorningsDUS.

Wie seid ihr auf CreativeMornings aufmerksam geworden? Wo habt ihr die Veranstaltungsreihe entdeckt und habt ihr schon einmal in einer der mittlerweile anderen 130 Städte CreativeMornings besucht?
Wir haben CreativeMornings entdeckt, als wir vor ein paar Jahren für drei Monate in New York waren. Allerdings nicht live, sondern im Netz. Wir sind abends beim Surfen drauf gestoßen. Ich war sofort von dem Konzept begeistert und habe zu meinen Mann Rainer gesagt: „Das müssen wir nach Düsseldorf holen.“ Lustigerweise haben wir damals in New York direkt neben dem CreativeMornings Headquarter gewohnt! Zurück in Düsseldorf haben wir uns dann relativ schnell beworben. Rainer hat ein Bewerbungsvideo produziert, es nach New York geschickt und musste ein dreistündiges Skype-Video-Interview über sich ergehen lassen, um dann tatsächlich als offizieller Ausrichter für CreativeMornings in Düsseldorf genommen zu werden. Es war schon eine kleine Prozedur.

Habt ihr die New Yorker Gründerin Tina Roth Eisenberg denn auch mal persönlich kennengelernt?
Ich selber noch nicht, Rainer war schon in New York und hat sie und ihr Team besucht. Anfang November diesen Jahres wird es ein Summit geben, wo Vertreter aller 130 Städte weltweit teilnehmen können. Es nehmen wahrscheinlich nicht alle teil, weil es ja auch ein Kostenfaktor ist. Das Ganze wird in Austin, Texas stattfinden. Die machen da immer ein ziemliches Spektakel draus. Da werden wir, so ist der Plan, hoffentlich alle anderen kennenlernen.

Warum habt ihr CreativeMornings nach Düsseldorf geholt?
Wir denken, dass das Konzept sehr gut zu Düsseldorf passt. Düsseldorf hat eine sehr kreative Community in ganz unterschiedlichen Bereichen. Sei es Design, Werbung, Fotografie, Musik, Kunst – es gibt ziemlich viele unterschiedliche kreative Szenen in der Stadt. Das Anliegen ist, diese Szenen zu vernetzen, die Leute miteinander bekannt zu machen und ihnen letztendlich durch die Vorträge Inspiration zu liefern. Wir sind von dem Konzept absolut überzeugt.

Ihr veranstaltet CreativeMornings jetzt seit einem Jahr in Düsseldorf und habt mit der Ausgabe Ende Februar Geburtstag gefeiert. Wie war das Feedback im ersten Jahr?
Supergut. Es ist Wahnsinn, wie das Ding wächst. Für mich ist es toll zu sehen, dass es immer einfacher wird, tolle Locations und gute Sprecher zu bekommen. Es kommen immer mehr Leute zu den Vorträgen. Gerade Sponsoren oder die Menschen, die uns die Locations zur Verfügung stellen, begreifen immer mehr, was für eine Möglichkeit es auch für sie ist, sich zu präsentieren. Die Besucher, die zu CreativeMornings kommen, sind eine interessante Zielgruppe. Ich habe das Gefühl, nach einem Jahr kommt das ganze jetzt immer mehr und mehr ins Rollen. Das ist sehr schön. Besonders die positive Energie und die „Good Vibes“, die da rumwabern und die sich in der Stadt, als auch bei den Besuchern widerspiegeln.

Wie sucht und findet ihr die Locations und die Redner? Kann man das sagen?
Das ist schwierig zu sagen, weil es einfach immer unterschiedlich ist. Was Locations angeht, gehe ich einfach mit viel offeneren Augen durch die Stadt. Viele Freunde geben mir auch Tipps. Leute, die eine Location haben, kommen mittlerweile auf uns zu. Ähnlich passiert das bei Sprechern. Es gibt alles. Freunde sagen uns: „Hey, das ist ein interessanter Typ, lern den mal kennen“ und wir schauen dann, zu welchem Thema das passen könnte. Andersrum ist es auch schon vorgekommen, dass ich einfach eine Netzrecherche gemacht habe, welcher Sprecher zu einem speziellen Thema passen könnte. Beim Thema WORK zum Beispiel konnte ich mir gut jemanden aus der Industrie vorstellen, die im Ruhrpott beheimatet ist. Ich bin über Industriemuseen gegangen und dann auf Florian Hartlieb gestoßen, der Klangkünstler ist und mit Tönen arbeitet.

Welche war deine Lieblingslocation im letzten Jahr? Welcher Redner ist dir speziell im Kopf geblieben? Was waren Deine persönlichen Highlights?
Tatsächlich kann ich das nicht sagen. Wir hatten so viele tolle Locations. Ob es ganz am Anfang bei der ersten Ausgabe das K21 unter der Kuppel war, das Schmela Haus, das Bambi-Kino, Elektro Müller, die Julia Stoschek Collection oder die Versöhnungskirche. Alle Locations sind so unterschiedlich und superschön und haben der ganzen Veranstaltung einen individuellen Charakter gegeben. Da kann und möchte ich gar nichts rauspicken. Ähnlich ist das bei den Rednern: Wir hatten so viele tolle Leute da. Ganz am Anfang die Jungs, die die Sturmbrettchen gemacht haben. Sie waren die allerersten Redner und haben direkt ziemlich gut markiert, in welche Richtung die Veranstaltung gehen soll. Ich finde, das ist das ganze restliche Jahr sehr gut so weitergelaufen.

Welche Wunschlocation hast du? Gibt es einen Ort, wo du unbedingt mit CreativeMornings hinmöchtest?
Natürlich, da gibt es ziemlich viele! Das Schauspielhaus, das Dreischeibenhaus, die Oper, die Kunstakademie oder der Schlossturm zum Beispiel. Wir gehen dieses Jahr noch ins KIT, da freue ich mich schon sehr drauf. Was mit Aussicht fände ich auch cool. Vielleicht im GAP oben. Oder im Fernsehturm oder im Flossy-Haus im Hafen. Zum Hyatt würde ich auch nicht nein sagen.

Was bringt die Zukunft?
Vor allem ganz ganz viele tolle Geschichten über spannende Projekte, die tolle Redner erzählen mit ganz viel kreativem Input in grandiosen Locations!

MORGENS

Guten Morgen – wo trinkst du morgens Deinen Espresso in der Stadt, um wach zu werden? Am allerliebsten bei CreativeMornings an unterschiedlichsten Locations im Dorf. Oder zu Hause am Küchentisch.

Zum Sonntags-Brunch und ausgedehnten Frühstück trifft man dich… Ich mag ja nach wie vor den Klassiker für Frühstück in Düsseldorf – das „Ab der Fisch“. Im Sommer kann man draußen vor der Pardo Bar im Ständehaus schön sitzen.

Den besten Kaffee gibt es… In Unterbilk mag ich den Cappuccino im Bernstein und den Espresso im Menta gern.

MITTAGS

Lecker, gesund und frisch lunchen gehst du in Düsseldorf… Das Anh Banh Mi, oder so richtig gesund – das Sattgrün.

NACHMITTAGS

Deine Lieblingsroute zum Spazierengehen, Schlendern, Kopf-Frei-Kriegen: Der Park hinter dem Stadtmuseum in der Carlstadt. Mit seinem riesigen, alten Baumbestand, umgeben von der Düssel und moosigem, altem Gemäuer.

Drei Plätze in Düsseldorf, die du deinen Gästen unbedingt zeigen musst:
– eine Tour durch die dann aktuellen Ausstellungen.
– Schauspielhaus und Dreischeibenhaus und im Anschluss eine Runde Riesenrad fahren an der Kö.
– der Markt am Friedensplätzchen, klein und familiär.

Zum Kaffeeklatsch mit Küchlein & Co. trifft man dich hier: Ganz klassisch bei Heinemann. Oder Pure Freude.

ABENDS

Wo verbringst du am allerliebsten einen gemütlichen Abend mit Freunden oder der Familie? Im Pegasos wurde ich als Baby schon von den Kellnerinnen in die Küche entführt. Tradition verbindet. Sonst geht’s ins Güzel oder Menta.

Welches Restaurant repräsentiert für dich am meisten den typisch-charakteristischen Geschmack von Düsseldorf? Roberts Bistro und Olio.

Ein Restaurant, wo du immer mal hinwolltest, aber noch nie warst: Da gibt es tatsächlich einige. Und immer wenn der Moment dann kommt, fällt mir keins ein.

Dein absoluter Gastro-Geheimtipp-Lieblings-Spot, den du hier mit allen teilen möchtest? Kein Geheimtipp. Alles andere als das. Aber das Olio hat einfach gleichbleibend eine super Qualität beim Essen.

Dein Lieblings-Altbier: Kürzer.

NACHTS

Deine Lieblingsbar oder Dein Lieblingsbartender sind: Ellington.

Eine ganz besondere, erinnerungswürdige Nacht in Düsseldorf hast du wo verbracht? Schon länger her, auf der Ratinger Straße.

Dance the night away! Getanzt wird hier: Salon des Amateurs.

IMMER

Wo und wann fühlst du dich wie ein „richtiger Düsseldorfer“? Beim Rosenmontagszug.

Was vermisst du an der Stadt, wenn du nicht in Düsseldorf bist? Freunde und Familie. Und den Rhein.

Könnte man Düsseldorf essen, schmeckt es nach… kernigem Schwarzbrot mit Käse und Senf.

Was liebst du am meisten an Düsseldorf? Dass alles so nah beieinander und überschaubar ist.

Was hasst du am meisten an Düsseldorf? Dass alles so nah beieinander und überschaubar ist.

Gibt es Plätze oder Orte in der Stadt, die dich in deinem Job inspirieren? Jede Menge. Dass ich über CreativeMornings immer wieder neue, unbekannte Orte kennenlernen darf, ist toll.

STIL

Wo suchst & findest Du Möbel für Deine Wohnung? Das beste Einkaufserlebnis bieten Vintageläden wie „Wandel“ oder „schöne Sachen“ und auch Flohmärkte.

Deine Top 3 Shopping-Adressen in Düsseldorf? Stylealbum , Kauf dich glücklich und ELA.

Gibt es (einen) Düsseldorfer Designer oder Künstler, den du besonders schätzt und wenn ja, warum? Allein durch CreativeMornings lerne ich immer wieder so tolle Designer und Künstler kennen, da fällt es schwer einen zu nennen.

Der beste Ort, um Leute zu beobachten? Die Kirmes.

Nach welchen Regeln stylst du dich? Was geht gut und was geht gar nicht? Gestern habe ich noch mit Grauen Kinderfotos von mir gesehen mit Tennissocken in Sandalen. Aber kommt das nicht auch gerade wieder? Oder rede ich mir das jetzt schön?

Beschreibe den typischen Düsseldorfer-Stil in drei Worten: rheinisch-froh-natürlich.

ALLGEMEIN

Was ist dein Lieblingsessen? Habe ich viele. Gestern gab’s Shakshuka. Lecker.

Wo oder wobei kannst du am besten entspannen? Im Grünen.

Dein Lieblingsreiseziel ist? Da wo ich noch nicht war. Im Moment gern Marrakesch.

Welches Buch liegt aktuell auf dem Nachtisch? Eine Biografie über Martin Kippenberger.

Welchen Kinofilm hast du zuletzt gesehen? Im Kino war ich zuletzt in Star Wars.

Dein All-Time-Favorite-Movie? Grand Budapest Hotel. Aber das wechselt.

Aktuell läuft auf deiner Playlist/deinem Plattenspieler? Erobique und Jaques Palminger

Dein All-Time-Favorite-Song? Den einen Song gibt es nicht.

Für welchen Verein schlägt dein Herz? Dass mein Herz dafür schlägt ist übertrieben. Aber unterstützenswerte Vereine sind z.B. die Aidshilfe Düsseldorf oder der Kunstverein. Ja, und Fortuna natürlich.

VIELEN DANK!

Interview/Text: Tina Husemann
Fotos: Robin Hartschen

© THE DORF 2016