Grandbrothers

„Ezra was right,“ hörend sitze ich mit leichten Kopfschmerzen an meinen Schreibtisch im aktuell verregneten Düsseldorf Friedrichstadt. Schaue ich aus dem Fenster, sehe ich einige karge Bäume und den langweiligen Ikea Druck meines Nachbarn. Schließe ich meine Augen, passiert etwas ganz anders: Ich liege auf einer coolen Dachterrasse in Brooklyn, kann die nächsten zwei Wochen tun und lassen was ich will, in meiner Hosentasche eine schwarze Amex. Nächster Gedanke: Ich aale mich am Strand auf Virgin Island und habe ein Dinner Date mit Liz Taylor und Oscar Wilde.  Abschließend betrinken wir uns maßlos und lauschen einem Privat-Konzert von Bryan Ferry, Grace Jones und Freddy Mercury. Spätestens jetzt werden sich die Ersten fragen: Was ist hier los?

Wir haben die Grandbrothers vergangene Woche auf ein Bier im Lieblings auf der Stresemannstraße getroffen. Und sie haben uns ihre neuste Platte mitgebracht, die aktuell international gefeiert wird. Jetzt läuft sie auf meinem Plattenspieler. Musik zum tagträumen. Eine hypnotisch, phantasievoll, inspirierende Klangwolke. Dieser Sound kommt aus Düsseldorf. Die Piano-Brüder heißen Erol Sarp und Lukas Vogel, haben am IMM= Institut für Musik und Medien, die an der renomierten Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf angesiedelt ist, studiert und ihre musikalische Passion zu einem experimentell- virtuosen Meisterwerk zusammengefügt. Piano trifft auf Software könnte man laienhaft sagen.

Während ihres Studiums fand man die beiden meist im Salon des Amateurs, in der Trinkhalle in Flingern oder bei DJ Abenden in der Pechmarie. Trotzdem vermissten sie die Vielfalt, gerade Underground Parties und den dazugehörigen Sound suchten sie teilweise vergeblich, erzählen sie THE DORF bei einem Bier. Vielleicht kann man Düsseldorf sogar danken, dass zu der Zeit als Sarp und Vogel hier studierten die Underground Musikszene so sehr im Untergrund schlummerte, das die Grandbrothers überhaupt entstehen konnten. Der Name setzt sich aus dem Grand des Grandpiano und den Freunden, die wie Brüder sind, zusammen. Die Brüder im Geiste verbinden klassische Klaviermusik mit elektronischem Sound. Eine magische Zusammenkunft von Analog und Digital. Sarp und Vogel haben einen Trigger entwickelt der das Pianospiel auf fast übersinnlich klingende Weise verändert.  Kleine elektromagnetische Hämmerchen sind an den verschiedensten Stellen des Flügels befestigt und erzeugen unterschiedlichste Töne, diese Töne werden geloopt, in den Laptop eingespielt und heraus kommt ein futuristisch-fabulöser Sound.

Ihr Debütalbum „Dilation“ ist gerade erschienen. Man muss sich bei jeden Stück daran erinnern, dass der komplette Sound  von nur einem Instrument erzeugt wird. Gesungen wird auf der ganzen Platte nicht, aber das würde wahrscheinlich auch eher stören, so abwechslungsreich und betörend ist der Sound der beiden. Wer nach Schwärmerei und technischen Anekdoten Lust bekommen hat die Gefährten live zu erleben, der sollte sich schnell Karten für ihr Konzert am 2. Mai, im Salon des Amateurs, sichern. Denn die beiden studierten Ton- und Bildtechniker sind gerade nicht nur international, sondern auch hier heiß begehrt.

Wem erst mal nur das akustische Erlebnis ausreicht, der kann bei uns eine handsignierte CD der Klang-Virtuosen gewinnen. Allerdings sollte dafür folgende Frage richtig beantwortet werden:

Wie hieß die Debüt EP der Grandbrothers aus dem Jahre 2014?

>>> Geht dafür auf unsere Facebook-Seite oder auf unseren Instagram-Account und beantwortet die Frage unter dem dazugehörigen Posting zu den Grandbrothers! <<<
Das Gewinnspiel endet am Samstag, den 04. April um 18 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Grandbrothers auf: Facebook • Soundcloud

VIELEN DANK!

 

Interview: David Holtkamp
Text: Britt Lörcks
Fotos: Robin Hartschen
© THE DORF 2015