Stefanie Schmidt

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Name: Stefanie Schmidt
Alter: 31 Jahre
Beruf: Stylistin
Gelernter Beruf: Schneiderin

Geburtsort: Hagen, mit 16 Jahren Umzug nach Düsseldorf
Wohnort: Hamburg
Exil-Düsseldorfer seit: 2013
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Ich finde es toll, irgendwie in 2 Städten zu wohnen.
Von mir aus kann das erstmal so bleiben.

Steffi Schmidt liebt Dinos. Und Mickey Mäuse. Gerne auch als Tattoos zwischen Blumen und Einhörnern an ihrem Körper. Aber am allermeisten liebt sie Inge, ihren Hund. Den kannte in Düsseldorf jeder, der auf der Ackerstraße an Steffis Vintage-Store NewYorkRioTokyo, kurz NYRT, vorbei lief. Steffi ist gelernte Schneiderin, arbeitet hauptberuflich aber erfolgreich als Modestylistin. Die gebürtige Hagenerin kam mit 16 Jahren für ihre Ausbildung nach Düsseldorf. 2010 eröffnet sie ihren eigenen Laden in Flingern, direkt neben dem Café Hüftgold und Langbrett. NewYorkRioTokyo bietet, wie der Name schon sagt, eine Riesenauswahl an ausgefallenen, individuell zusammengestellten Kleidern, Schuhen, Taschen und Accessoires, die Steffi aus aller Welt zusammengesucht und gefunden hat.

Steffis Auswahl an Vintageschätzen gepaart mit ihrer supersympathischen Art und ihrem charakteristischen Brillen-Look machen sie schnell in der ganzen Stadt bekannt. Als Steffi Ende 2012 ihren Laden schließt, bedauern dies viele. Aber die Doppelbelastung wurde auf Dauer zu groß – die Jobs als Stylistin laufen gut. Steffi ist für Kunden aus der Mode- und Werbebranche in ganz Deutschland und international unterwegs. Die Vorbereitungen für ihre Set- und Fashionstylings nehmen viel Zeit in Anspruch. Und ein Laden muss auch gepflegt werden. Von da an verkauft Steffi ihre Teile unregelmäßig bei Pop-Up-Sales, wie beispielsweise im ehemaligen Toykio Café auf der Immermannstraße oder im Caffé Enuma. Was ihr an Düsseldorf gefällt? „Die Herzlichkeit der Menschen, das Altbier, der Grafenberger Wald. Aber vor allem die Geselligkeit.“

2013 ist sie plötzlich da – die neue Liebe. Das Problem, das gar keins ist: Er wohnt in Hamburg. Hals über Kopf wird der Entschluss gefasst: Steffi geht nach Hamburg. Die Möbel und viele Teile aus ihrem Stylisten-Fundus werden im privaten Wohnzimmerverkauf zu Hause verscherbelt. Das restliche Hab und Gut wird in Waltraud, Steffis T4 California, verladen. Inge der Hund kommt natürlich auch mit. Und dann geht’s ab Richtung Norden.

Hamburg – für Stylisten die perfekte Stadt. Steffi baut sich mit ihrer gut gelaunten, offenen Art innerhalb kürzester Zeit ein großes Netzwerk an neuen Kontakten, Fotografen, Kunden und Leuten auf. Ein Vorteil ist, dass Steffi weiterhin in Düsseldorf arbeitet und dort ihre kleine Zweit-Dependance hat. Ob sie komplett nach Düsseldorf zurückgehen würde: „Warum nicht? Warum ja? Ich bin glücklich keinen Lebensplan zu haben. Und ich finde es toll, irgendwie in 2 Städten zu wohnen. Von mir aus kann das erstmal so bleiben.“

Zeitgleich wächst eine neue Liebe heran: Die Liebe zur Hansestadt. Alle Düsseldorfer Freundinnen, die sich auf eine mögliche Rückkehr Steffis freuten, wurden schnell enttäuscht: Steffi bleibt in Hamburg. Mitten im Kiez auf St. Pauli finden sie und Inge eine neue Bleibe. Was Hamburg so besonders für Steffi macht? Die Frage ist leicht beantwortet: „Die Straßen von St.Pauli, in denen dir die kuriosesten Menschen begegnen. Die Fahrt mit der Fähre zu meinem Fundus in Ottensen. Die vielen kleinen Läden und Trödelmärkte. Einfach alles.“

Wir trafen Steffi und Inge in ihrem Hamburger WG-Zimmer zum Kurzinterview über Hamburg, Düsseldorf, pfeifende Kiez-Dealer und Pizza mit Broccoli.

Warum hast du Düsseldorf verlassen? Der Liebe wegen.

Vermisst du die Stadt? Durch meinen Job bin ich regelmäßig in Düsseldorf für Fotoproduktionen. Die Gelegenheiten nutze ich auch um meine Freunde dort zu treffen und den Aufenthalt in der Stadt zu genießen! Ich komme also kaum dazu, Düsseldorf zu vermissen.

Wenn ja – was vermisst du am meisten? Wenn ich doch mal länger nicht nach Düsseldorf komme, vermisse ich die Nachmittage im Caffé Enuma. Mein Laden NewYorkRioTokyo fehlt mir in letzter Zeit sogar immer häufiger. Aber am meisten fehlen mir natürlich meine Düsseldorfer Freunde! Die treffe ich dort an jeder Ecke, ganz ohne das man sich überhaupt verabreden muss. Düsseldorf ist halt ein Dorf. 🙂

Könnte man Düsseldorf essen, schmeckt es nach… Sushi. In meinem Fall vegetarisch. Hamburg schmeckt übrigens nach Pommes.

Gibt es (einen) Düsseldorfer Designer oder Künstler, den du besonders schätzt und wenn ja, warum? Max Fiedler aka Mexer fällt mir da als erstes ein. Weil er großartige Illustrationen macht. Vor allem für Kinder. Oder für meinen Laden! Er hat damals zur Geburtstagsparty von NYRT das Plakat gestaltet. Das wurde uns aus den Händen gerissen! Inge der Hund aus Pappe hängt immer noch bei mir zu Hause!

Beschreibe den typischen Düsseldorfer-Stil in drei Worten: Ich kenne in Düsseldorf die unterschiedlichsten Menschen. Da gibt es Andrea, die gerne sehr farbenfroh gekleidet ist und Tina, die man eigentlich nur komplett in Schwarz kennt. Mario, der gerne Karohemden auf dem Flohmarkt kauft und Thorsten der ne Zeit lang nur Zehenschuhe getragen hat. Jede Stadt hat ihre graue Masse. Und jede Stadt hat ihre Paradiesvögel. Einen typischen Düsseldorfer Stil kann ich nicht ausmachen. 🙂

Was liebst du an Düsseldorf? Die Herzlichkeit der Menschen, das Altbier, den Grafenberger Wald aber vor allem die Geselligkeit.

Was hasst du an Düsseldorf? Das immer mehr schöne Orte (wie das ‚Les Halles‘) für (meiner Meinung nach) hässliche und überflüssige Immobilien weichen müssen.

Was liebst du an Hamburg? Die Straßen von St.Pauli in denen dir die kuriosesten Menschen begegnen. Die Fahrt mit der Fähre zu meinem Fundus in Ottensen. Die vielen kleinen Läden und Trödelmärkte. Einfach alles.

Was hasst du an Hamburg? Den Dealer unten an der Hausecke der jeden Abend schief eine Melodie pfeift, die ich nicht erkenne. Das macht mich noch bekloppt.

Der typische Düsseldorfer… ist herzlich, offen, gerne laut und ein guter Freund.

Der typische Hamburger… ist sehr hilfsbereit und hat einen trockenen Humor (den ich sehr liebe)

Dein Lieblingsort in Düsseldorf: Das Düsseldorfer Schauspielhaus

Ein positives Erlebnis, das dich mit Düsseldorf verbindet: Da gibt es einige. Aber ganz besonders war die Zeit als es den Les Halles Flohmarkt noch gab und ich dort Freundschaften geschlossen habe die mich und mein Leben sehr positiv beeinflusst haben. Diese Menschen werden mich für immer mit Düsseldorf verbinden und die Erinnerung an diesen Markt der so schön war, dass die Menschen jeden Samstag aus Holland und sonst woher kamen, wird immer bleiben. Schade, dass es ihn nicht mehr gibt.

Würdest du zurückgehen nach Düsseldorf? Warum nicht? Warum ja? Ich bin glücklich keinen Lebensplan zu haben. Und ich finde es toll, irgendwie in 2 Städten zu wohnen. Von mir aus kann das erstmal so bleiben. 🙂

Dein persönlicher Gruß nach Düsseldorf und an die Düsseldorfer: Ich mach’s kurz: Düsseldorf, I love you!

ALLGEMEIN

Dein Lieblings-(Alt)bier: Uerige

Was ist dein Lieblingsessen? Pizza mit Broccoli, Mais und Ananas, dazu ein Budweiser

Wo oder wobei kannst du am besten entspannen? Wenn ich zu Hause mit Inge im Arm auf den alten Holzdielen liege und Tom Waits höre, wie er ‚Rosie‘ singt.

Dein Lieblingsreiseziel ist? Ich war grad in Istanbul und danach in Los Angeles. Als nächstes möchte ich gern nach Norwegen zum Wandern!

Welches Buch liegt aktuell auf dem Nachtisch? ‚Die Fährte‘ von Jo Nesbø

Welchen Kinofilm hast du zuletzt gesehen? Victoria

Dein All-Time-Favorite-Movie? ‚Das Leben des Brian‘ geht immer.

Aktuell läuft auf deiner Playlist/deinem Plattenspieler? Plattenspieler. Cypress Hill ‚Black Sunday‘

Dein All-Time-Favorite-Song? Orion von Metallica

Für welchen Verein schlägt dein Herz? Die Fortuna und St.Pauli natürlich! 😉

Vielen Dank!

Text/Interview: Tina Husemann
Fotos: Charlotte SchreiberSabrina Weniger