Sinah Stranghöner

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Name: Sinah Stranghöner (geb. Brües)
Alter: 36 Jahre
Beruf: Public Relations Consultant
Gelernter Beruf: Physiotherapeutin

Geburtsort: Düsseldorf, aufgewachsen in der Carlstadt
Wohnort: Berlin, mit Zwischenstopp in München
Exil-Düsseldorfer seit: 2011
Webseite: www.labels-pr.com

Wäre Düsseldorf ein Gericht, würde es nach Mettbrötchen im Füchschen, Thunfischfilet im Robert’s, Sushi und Killepitsch schmecken!

Sinah Stranghöner ist ein „echt Düsseldorfer Mädsche“, das erkennt auch der Berliner sofort. Wenn Sinah die Tür zu ihrer Altbauwohnung mit den hohen Stuckdecken in Berlin-Mitte öffnet, fällt sofort ihr charmantes Lächeln auf. Und wenn ihr ein Berliner mit seiner ruppig-charmanten Schnauze auf die Nerven geht, würde Sinah niemals schnoddrig reagieren. Stattdessen gibt es einen freundlichen Spruch und ein breites Grinsen, was sogar den härtesten Berliner Winter zum Schmelzen bringen würde – dit is halt eine typische Rheinländerin. Die Mode-PR-Beraterin lebt „erst“ seit vier Jahren mit Mann
und Töchterchen Lia (4) in Berlin, doch man sollte nicht den Fehler machen, sie als Frisch-Zugezogene zu bezeichnen (Berliner ist man nämlich erst nach zehn Jahren). Sinah hat nämlich bereits vor zwölf Jahren in Berlin gelebt und kennt jede angesagte Ecke, bevor Hipsters sie entdeckt haben. Nach ihrer Ausbildung als Physiotherapeutin in Düsseldorf war es Zeit für was Neues. Und so ging es 2003 in den Wilden Osten, wo Sinah die Liebe zum Mode-Journalismus entdeckte.
Warum sie nach einem Jahr wieder wegzog? Es gab einen neuen Job – und eine neue Liebe. In München lernte die frischgebackene BUNTE-Redakteurin nämlich ihren Moritz kennen. Und der Bayer war schuld, dass es dank seines Jobs bei der BILD wieder in die alte Rhein-Heimat ging. Als frischgebackene Mrs. Stranghöner machte Sinah Karriere als PR-Managerin bei P&C. Und Mr. Stranghöner war es ein zweites Mal zu verdanken, dass 2011 wieder ein Umzug anstand: Berlin.
Aber unter einem völlig neuen Aspekt. Statt Moscow Mules gab es jetzt Fläschchen mit Babymilch – Tochter Lia war da, eine waschechte Berlinerin. Nach einem Jahr als PR- und Social Media Managerin beim Traditionskaufhauses KaDeWe wagte Sinah Anfang 2015 wieder einen neuen Schritt und gründete ihre erste PR-Agentur: Labels PR. Das lag irgendwie auf der Hand, ihre Mutter Monika ist auch in der Werbung und als Event-Managerin in der Modebranche tätig.
Trotz aller Liebe zu Berlin vermisst Sinah einige Sachen, die es in der deutschen Hauptstadt nicht gibt: „Ich vermisse am meisten die rheinische Freundlichkeit, die Aufgeschlossenheit und den Humor. Den Rhein, die Ratinger Straße und die guten Sushi-Restaurants – und natürlich meine Freunde.“
Warum hast du Düsseldorf verlassen? Für mich ist wichtig, dass ich mich bewege, um neue Sachen zu entdecken, mich neu orientieren zu können. Daher bin ich schon vorher ein paar Mal umgezogen – sei es aus beruflichen oder privaten Gründen. Jetzt bin ich zum zweiten Mal nach Berlin gezogen, da mir die Stadt mit ihren vielen Facetten gefällt. Und vor allem weil ich mit meinem Mann zusammen in einer Stadt leben möchte.

Vermisst du die Stadt? Zum Teil ja und zum Teil nein – es gibt einige Orte, Freunde und Dinge, die ich sehr vermisse. Andere Sachen allerdings nicht.

Gibt es Düsseldorfer Künstler, die du besonders schätzt und wenn ja, warum? Da gibt es so viele… Angefangen vom legendären Joseph Beuys bis hin zu Katharina Sieverding. Von ihr hängt eine Serigrafie bei uns im Wohnzimmer. Oder Choreograf Martin Schläpfer, der seit einigen Jahren dem „Ballett am Rhein“ neuen Glanz verschafft…

Beschreibe den typischen Düsseldorfer-Stil in drei Worten: Wenn man es etwas überspitzt sagen darf: Markenorientiert, schick und einheitlich. Das gilt aber nur für den typischen Kö-Stil. Immer mehr Düsseldorfer stylen sich sehr individuell und lässig.

Was liebst du an Düsseldorf? Das kompakte, man ist schnell an jedem Ort und hat dennoch nicht das Gefühl in einem Dorf zu wohnen. Das liegt vielleicht am Rhein, der schön weitläufig ist und die Stadtteile trennt.

Was hasst du an Düsseldorf? Das Klischeebild – Düsseldorf ist vielfältiger, als man auf dem ersten Blick vermutet.

Was liebst du an Berlin? Das Individuelle. Es ist egal wer du bist, was du machst oder wie du dich kleidest. Jeder wird akzeptiert – Geld und Status sind nicht so wichtig.

Was hasst du an Berlin? Den Dreck. Im Sommer liegt der Müll querverteilt auf Wiesen und Straßen rum, die Aufräumarbeiten in den Parks kommen nicht hinterher und die Abfalleimer auf den Spielplätzen sind vollgestopft.

Der typische Berliner … wirkt beim ersten Treffen oft grantig. Wenn man sich davon nicht einschüchtern lässt, öffnet er sich allerdings schnell. Da ist man als Rheinländerin klar im Vorteil.

Dein Lieblingsort in Düsseldorf: Ein schöner Platz mit Blick auf den Rhein im Sommer, der Carlsplatz an einem Samstagmorgen und der Grafenberger Wald zum Joggen.

Ein positives Erlebnis, das dich mit Düsseldorf verbindet: Ich bin ein richtiges Düsseldorfer Stadtkind, daher verbinde ich viele positive Erlebnisse mit meiner Heimat. Ich erinnere mich beispielsweise an die schöne Stimmung, wenn ich nach dem Ausgehen im Medienhafen morgens am Rhein entlang zu Fuß nach Hause gehen konnte und die Sonne aufging.

Würdest du zurückgehen nach Düsseldorf? Vielleicht später einmal. Düsseldorf ist eine attraktive Stadt, in der man alt werden kann. Vorher möchte ich noch mehr erleben…

ALLGEMEIN

Dein Lieblings-(Alt)bier: Füchschen.

Was ist dein Lieblingsessen? Spaghetti Vongole, Sushi oder einfach mal nur ein gutes Steak mit Salat.

Wo oder wobei kannst du am besten entspannen? Beim Sport – sei es Joggen, Reiten oder Yoga.

Dein Lieblingsreiseziel ist? Ich habe Anfang des Jahres mein Traumziel erfüllt und war endlich in Kapstadt, wo ich seit Jahren hinreisen wollte. Auf meinem Wunschzettel steht noch eine Afrika-Safari oder auf dem Pferd kreuz und quer durch Südamerika reiten.

Welches Buch liegt aktuell auf dem Nachtisch? „Die Zeit, die Zeit“ von Martin Suter.

Welchen Kinofilm hast du zuletzt gesehen? Dior an I, davor Birdman.

Dein All-Time-Favorite-Movie? Pulp Fiction

Aktuell läuft auf deiner Playlist/deinem Plattenspieler? Sia – 1000 Forms of Fear.

Dein All-Time-Favorite-Song? „Are you gonna go my way“ von Lenny Kravitz und diverse 80er-Songs von Prince.

Für welchen Verein schlägt dein Herz? Natürlich Fortuna Düsseldorf!

Vielen Dank!

Text & Interview: Pia Sundermann
Fotos: Jessica Weber