Kai Schäfer

Name: Kai Schäfer
Alter: 45 Jahre
Beruf: Fotograf

Geburtsort: Solingen
Stadtteil: Düsseldorf-Oberkassel
Webseite: www.worldrecords.me

Nicht nur in Düsseldorf in der Principale Pizza Bar, im Roberts Bistro, der Bronx Bar oder demnächst in der Bar fifty nine im „Interconti“ auf der Kö hängen seine Arbeiten. Auch in Hamburg in der Bullerei, direkt neben den grellbunten Kuckucksuhren vom Künstler Stefan Strumbel. Denn TV-Koch Tim Mälzer ist Fan von Pink Floyd’s Album „The Dark Side Of The Moon“ – und von Fotokünstler Kai Schäfer.
Denn von ihm stammen die Arbeiten aus seiner Serie ‚worldrecords‘. Die Serie portraitiert legendäre Alben der Musikgeschichte in ihrem Element: als Vinyl auf Plattenspielern, die teils selbst zur Legende geworden sind. Die Serie, mit der der Fotokünstler Kai Schäfer Anfang 2010 begann, umfasst bis heute etwa 100 Bilder. Orientierung bei der Titelauswahl gab unter anderem die Liste „The 500 Greatest Albums of All Time“ des Rolling Stone Magazins.
Teilweise fotografiert Kai die Musikalben auf Plattenspielern, die aus dem selben Jahr stammen, in dem die Alben herauskamen. So einfach die Idee scheint, so brillant ist sie. ‚worldrecords‘ versteht sich als eine Hommage an die analoge Klangkunst – und als geschichtenerzählende Zeitmaschine. Denn jede Lebensphase hat ihren Soundtrack. ‚worldrecords‘ weckt Emotionen beim Betrachter an seine eigene, ganz persönliche Geschichte zu jedem Track. Das funktioniert gut. Nicht nur bei Musikfans, sondern auch bei den Musikern trifft Kai einen Nerv. So signierten bereits der 2013 verstorbene Lou Reed, die Fehlfarben, Metallica oder Die Toten Hosen Kais Arbeiten. Mittlerweile stellt er sie rund um den Globus bis in New Yorker Galerien aus.
Nicht selten kommt es vor, dass Kunden Auftragsarbeiten mit ihren Lieblings-Platten bei ihm anfragen. Schwer zu erraten, dass Kai Schäfer selbst großer Musikliebhaber ist. In seiner Oberkasseler Altbauwohnung hängt aus seiner eigenen Serie die „Nina Hagen Band“ auf einem DUAL 1219 Plattenspieler als überdimensionale Fotografie an der Wand. Bands, die ihn prägten? Die Beatles, Supertramp und Marillion. In seinem Wohnzimmer steht der legendäre „Schneewittchensarg“ von Industriedesigner Dieter Rams, ein original BRAUN SK 61 Plattenspieler von 1962. Und das ist nicht das einzige Schätzchen: In seiner Wohnung treffen gradlinige Designklassiker aus den 50ern auf Jesus-Kitsch-Figuren.
Der alte, schwere Holztisch lässt auf lange Nächte mit leckerem Essen, viel Rotwein und guten Freunden schließen. Viele seiner Einrichtungsstücke findet Kai beim Düsseldorfer Antiquitäten-Spezialisten „Wandel Antik“ in Unterbilk. Bei unserem Besuch fläzt sich Kai mit leicht verstrubbeltem Haar an genau diesem. Sein persönlicher Stil? Den beschreibt er selber als: „Typengerecht-authentisch. Leger, aber gepflegt geht immer. Rote Hosen und Stehpolokragen hingegen noch nie!“ Als „typgerecht-authentisch“ würden wir auch seinen silbernen 928er Porsche von 1981 und den 500 SE Mercedes von 1989 bezeichnen, die er uns in der Tiefgarage zeigt. Neben seiner Familie, der Fotografie und der Musik seine nächste große Liebe.

Die Liebe zu Autos ist bereits tief in seiner Kindheit verwurzelt. Und hängt eng mit seiner Liebe zur Fotografie zusammen. Sein Vater war seinerzeit mit vielen Fotografen befreundet, darunter mit einem renommierten Automobilfotografen.

Zum Shooting des neuen Mercedes auf einer abgesperrten Autobahn durfte Kai ihn begleiten. Das Resultat: Eine nachhaltige Begeisterung für die neue S-Klasse und die Fotografie, die bis heute währt. Mit bereits 15 Jahren kaufte er sich seine erste eigene Kamera. Damit ging er nachts aufs Dach und machte Aufnahmen vom Mond. Nach seinem Abitur 1988 begannen Kai’s Lehrjahre bei einem bekannten deutschen Fotografen in Stuttgart. Spätestens jetzt wird ihm klar, dass er nur noch fotografieren möchte. Fotografen, die er bewundert, sind Volker Hinz vom „Stern“ (für sein legendäres Foto von Pelé und Franz Beckenbauer gemeinsam splitternackt unter der Dusche) sowie Helmut Newton, „für die Fotos der zahlreichen nackten Frauen“, was er nicht ohne ein Augenzwinkern verrät.

Seit 1992 arbeitet er als freier Fotograf mit Base in Düsseldorf und Einsatzorten auf der ganzen Welt. Sich woanders niederlassen? Das war nie eine Option für ihn. Und ist es bis heute nicht.

Ich will Düsseldorf nicht mehr verlassen. Als stolzer Vater in einer familienfreundlichen Stadt fühle ich mich nicht nur sauwohl, sondern auch ‚angekommen‘.

Besonders die Überschaubarkeit schätzt Kai sehr an Düsseldorf. Für ihn ist der größte Vorteil die Ordnung und Sicherheit. Allerdings gleichzeitig auch eines der größten Mankos. Inspirieren lässt er sich von der Kunstakademie und seinem Fast-Nachbarn, Fotokünstler Andreas Gursky. Was er am meisten vermisst, wenn er nicht in der Stadt ist? Seine Familie. Und seinen Stammkiosk auf der Dominikanerstraße (siehe Foto). Hierhin begleitete das THE DORF Team Kai. Auf dem Weg durch den Oberkasseler Kiez verrät uns Kai seine liebsten Orte und Plätze in der Stadt.

 

MORGENS

Guten Morgen – wo trinkst du morgens Deinen Espresso in der Stadt, um wach zu werden?
Meistens Zuhause mit meiner Familie.

Zum Sonntags-Brunch und ausgedehnten Frühstück trifft man dich…
… im Muggel.

MITTAGS

Lecker, gesund und frisch lunchen gehst du in Düsseldorf…
… im kleinen „Steh-Saitta“ am Barbarossa-Platz oder ins Kontor in der Altstadt. Oder einfach ins Fratelli auf der Luegallee.

NACHMITTAGS

Deine Lieblingsroute zum Spazierengehen, Schlendern, Kopf-Frei-Kriegen?
Immer am Rhein entlang, auf der Oberkasseler-Seite.

Drei Plätze in Düsseldorf, die du deinen Gästen unbedingt zeigen musst:
Den Medienhafen, das Dreischeibenhaus/Kö-Bogen & das Ständehaus!

Zum Kaffeeklatsch mit Küchlein & Co. trifft man dich hier:
Zuhause, mit frischem leckeren Kuchen von Heinemann.

Den besten Kaffee…
gibt es im Olio und im HOT La Cucina in Oberkassel.

ABENDS

Wo verbringst du am allerliebsten einen gemütlichen Abend mit Freunden oder der Familie?
In der Brasserie Hülsmann oder im Roberts Bistro.

Welches Restaurant repräsentiert für dich am meisten den typisch-charakteristischen Geschmack von Düsseldorf?

Das Kontor, es gibt keinen besseren Ort, einen verregneten Samstagnachmittag zu verbringen! Super-Service, super-kinderfreundlich, super-Qualität!

Ein Restaurant, wo du immer mal hinwolltest, aber noch nie warst?
Die Osteria Saitta am Nussbaum in Niederkassel. Und das ZEN auf der Ackerstraße in Flingern.

Dein absoluter Gastro-Geheimtipp-Lieblings-Spot, den du hier mit allen teilen möchtest?

Die Dönerbude Düsstanbul unter der Theodor-Heuss-Brücke. Ebenfalls super: der Schinken-Toni am Carlsplatz mit leckerem Grünkohl.

Dein Lieblings-Altbier:
Füchschen

NACHTS

Deine Lieblingsbar ist:
Die Bar in der Brasserie Hülsmann in Oberkassel

Eine ganz besondere, erinnerungswürdige Nacht in Düsseldorf hast du wo verbracht?

Am Rhein! Mehr wird nicht verraten.

Dance the night away! Getanzt wird hier:
Im Chateau Rikx, wo sonst?

 

IMMER

Wo und wann fühlst du dich wie ein „richtiger Düsseldorfer“?!
Beim Montagskick mit den alten Fortuna-Spielern wie Gerd Zewe oder Egon Köhnen am Flinger Broich.

Was vermisst du an der Stadt, wenn du nicht in Düsseldorf bist?
Meinen Stammkiosk auf der Dominikanerstraße (siehe Foto). Beste Auswahl in der Stadt!

Könnte man Düsseldorf essen, schmeckt es nach…
Altbier und Bützgen!

Was liebst du am meisten an Düsseldorf?
Ordnung und Sicherheit

Was hasst du am meisten an Düsseldorf?
Ordnung und Sicherheit

Was machst Düsseldorf besonders?
Düsseldorf ist schön und schön überschaubar

Gibt es Plätze oder Orte in der Stadt, die dich in deinem Job inspirieren?
Ja, die Kunstakademie und mein Nachbar Andreas Gursky

 

STIL

Wo suchst & findest Du Möbel für Deine Wohnung?
Bei Antiquitäten-Spezialisten „Wandel-Antik“ in Unterbilk

Deine Top-3-Shopping-Adressen in Düsseldorf?
Der Concept-Store ELA selected, Antiquitäten-Spezialist Wandel-Antik und manufactum in der Innenstadt

Wo kaufst du am liebsten deine Schuhe & Taschen?
Bei ELA selected in Unterbilk

Gibt es (einen) Düsseldorfer Designer, den du besonders schätzt und wenn ja, warum?
Gabriela „Ela“ Holscher von ELA selected. Sie verkauft nicht nur avantgardistische Mode aus der ganzen Welt, sondern entwirft auch selber. Sie bleibt sich immer treu und schaut über den Tellerrand.

Der beste Ort, um Leute zu beobachten?

Immer noch die „Kö“. Toll gucken lässt es sich jetzt aber auch am Kö-Bogen. Ebenfalls interessant: Das Saitta-Fest am Barbarossaplatz im Sommer.

Beschreibe den typischen Düsseldorfer-Stil in drei Worten:
Nicht sehr individuell…

 VIELEN DANK!

Interview: David Holtkamp
Fotos:
7daysisaweekend /
Tim Zimmermann /Worldrecords
Text: Tina Husemann
© THE DORF 2014