Björn Gericke

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Name: Björn Gericke
Alter: 45 Jahre
Beruf: Gründer & Inhaber von G-LAB
Gelernter Beruf: Banker

Geburtsort: Düsseldorf
Stadtteil: Düsseldorf-Hafen
Webseite: www.g-lab.com
Social: Facebook • Instagram

Düsseldorf ist für mich ein Dorf mit Weltstadtcharakter.

„Play Hard. Work Harder.“ „Geht nicht, gibt’s nicht.“ „Auf die Dauer hilft nur Power.“ „Ohne Moos nix los.“ Würde Björn auf Tattoos stehen, dann hätte er sich wahrscheinlich eine oder gleich alle Weisheiten irgendwo auf seine Haut pflastern lassen. Glücklicherweise sind die Weisheiten seines Vaters nicht zu fleischigen Plattitüden geworden, sondern zu Björns Lebensmottos – und das äußerst erfolgreich. Sein Label G-LAB bietet Jacken, die funktionale High-Tech, urbanen Streetstyle und sportlichen Mindset miteinander verbinden. So steht es auf der Website. Björns Lebenslauf ist ähnlich vielfältig und abwechslungsreich wie die Eigenschaften seiner Kleidung.
Schön zu hören, dass er als Firmenstandort Düsseldorf gewählt hat. Der 45-jährige ist ein sogenannter Weltenbürger, den es aber immer wieder an seinen Geburtsort zurück treibt. Zunächst in Düsseldorf aufgewachsen, mit sechs in seine zweite Heimat Schweiz, um dort 300 m Luftlinie von Tina Turner am traumhaften Zürichsee zu leben. Mit 20 Jahren kurz zurück, dann ein Jahr Hongkong und ein paar Monate New York. Wieder zurück nach Düsseldorf. Dann fünf Jahre London, Abstecher nach Hamburg und München bevor er sich vor 14 Jahren endgültig für Düsseldorf entscheidet.
„Düsseldorf ist für mich ein Dorf mit Weltstadtcharakter. Ich bin beruflich in Metropolen wie London, New York, Seoul oder Tokio unterwegs. Das sind alles geile Städte, aber ich bin froh, wenn ich wieder nach Hause komme. Du landest am Flughafen und in zehn Minuten bist du zu Hause. Wenn Du rausfliegst, ist es das Gleiche. Alles ist mit dem Fahrrad zu erreichen. Hier bin ich zu Hause.“ Wenn er dann mal ein Wochenende im Dorf verbringt, beginnen diese Abende meistens mit drei Dingen: Einem Balkon, seinen Jungs
und einer Flasche Weißwein. Zum Dinner geht’s dann ins Olio, ins Robert’s Bistro oder ins Hülsmann. Außerdem dankt er Minka für die Neuinterpretation des Paul’s. Früher gehörte noch ein Abstecher in die Minol-Bar zum festen Feierprogramm, aber heute ist Björn nach dem Dinner glücklich und zufrieden und freut sich auf einen entspannten Ausklang des Abends.

Das G in G-LAB steht für Gericke. Sein Vater ist Hein Gericke. Auch wenn man sich nicht für Motorräder interessiert, hat man den Namen bestimmt schon mal gehört. Hein Gericke baute in den siebziger Jahren sein gleichnamiges Motorradimperium erfolgreich auf und verkaufte es Ende der Achtziger noch erfolgreicher. Nach der Matura stieg Gericke Junior in das Unternehmen seines Vaters ein, verließ es aber bald wieder, weil die beiden unterschiedliche unternehmerische Visionen hatten.

Björn ging nach London, studierte und arbeitete als Aktienanalyst, Finanzvorstandsassistent und Investment Manager. Als der Vater 2001 sein Unternehmen zurück kaufen wollte, holte er seinen Sohn zurück. Auch wenn aus dem Projekt nichts wurde: Björn nahm diese ganzen Stationen zum Anlass, um sich mit G-LAB selbstständig zu machen. „Ich wollte immer mein eigenes Produkt“, sagt er. Nachdem G-LAB zunächst nur als Designagentur für andere Unternehmen fungierte, ging Björn 2010 mit seinen eigenen Produkten live.

Die zeigt er uns in seinem Showroom im Medienhafen. Durch Stahltüren gelangt man in einen großzügigen, luftigen, industriellen Raum. Grauer Estrichtboden, Betonwände, an Stahlträgern hängt – klar und übersichtlich strukturiert – die G-LAB Kollektion. Markenzeichen der Jacken: Der charakteristische, orangefarbene Hanger-Loop, der besonders ins Auge fällt, wenn die Jacke an der Garderobe hängt. Während sich eine G-LAB Jacke eigentlich immer unaufgeregt und stilsicher der Persönlichkeit des Trägers anpasst, steht sie im puristisch gehaltenen Showroom ganz klar im Fokus. In der Mitte des Raumes: Ein großer Tisch, der mit seinem warmen Holz ein schöner Kontrast zum kalten Beton ist und mit Stühlen in G-LAB orange und grau zum Verweilen einlädt.

Ursprünglich haben die Räumlichkeiten die Werkstätten des Düsseldorfer Möbel-Konstrukteurs Achim Jasper beherbergt – und das Interieur bestand aus Hölzern, Metallen, Maschinen und Sägespänen. Björn: „Uns gefällt der Gedanke, dass unser Showroom in einer alten Werkstatt ist, wo handwerklich gearbeitet wurde. Wir fertigen zwar nicht hier, aber schließlich liegt bei unserer Jacken-Produktion der Fokus ganz klar auf exquisiter Handwerkskunst. Unser Konzept sind hochwertigste High-Tech Materialien, klares und anspruchsvolles Design, Detailverliebtheit und Qualitätssinn.“ Mittlerweile sind seine Jacken in 14 Ländern erhältlich, unter anderem bei Saks Fifth Avenue in New York, Tsum in Moskau oder Breuninger in Düsseldorf & Stuttgart. Auch Schauspieler wie Leonardo DiCaprio, Sienna Miller und George Clooney haben eine G-LAB.

Möglicherweise kommt der Gedanke auf, dass der Papa dem Sohn etwas Spielgeld für die Selbstverwirklichung in die Hand gedrückt hat. Aber dazu hat der Halbschweizer eine klare Meinung: „Ich hatte das Glück, sehr privilegiert aufwachsen zu dürfen, aber es war nie so, dass mein Vater uns das Geld hinterhergeworfen hat. Ich weiß, dass ich sehr hart arbeite und meine Freunde wissen das auch. Die Leute, die denken ich sei nur „Sohn“, die sollen das eben denken, dann ist das halt so.“

So ist aber auch, dass Björn in Düsseldorf angekommen ist. „Was soll ich in Berlin? Das ist zwar Rock’n’Roll, aber am Arsch der Welt.“ Um den Kopf komplett frei zu machen und neu zu programmieren, geht Björn segeln. Nicht mit einem Bötchen auf dem Unterbacher See; nein, vielmehr Offshore Regatta mit seinen Freunden auf hoher See. Hier kann er abschalten, ohne Handy-Empfang, ohne E-Mails aber mit sehr viel Action. Denn wie heißt es so schön: „Auf die Dauer hilft nur Power.“

MORGENS

Guten Morgen – wo trinkst du morgens Deinen Espresso in der Stadt, um wach zu werden? In der „G-LAB Lounge“, meinem Office im Hafen

Zum Sonntags-Brunch und ausgedehnten Frühstück trifft man dich… Muggel

MITTAGS

Lecker, gesund und frisch lunchen gehst du in Düsseldorf… Laura’s Deli

NACHMITTAGS

Deine Lieblingsroute zum Spazierengehen, Schlendern, Kopf-Frei-Kriegen: Vom Grafenberger Wald bis zur Nordschleife

Drei Plätze in Düsseldorf, die du deinen Gästen unbedingt zeigen musst: Wenn wir Gäste haben, setzen wir uns am liebsten mit ihnen aufs Rad, um ihnen die Stadt zu zeigen. Wir starten im Hafen und fahren über den Carlsplatz zur Kö. Die Krönung ist ein Fortuna Spiel.

ABENDS

Wo verbringst du am allerliebsten einen gemütlichen Abend mit Freunden oder der Familie? Privat! Bei mir oder bei Freunden.

Welches Restaurant repräsentiert für dich am meisten den typisch-charakteristischen Geschmack von Düsseldorf? Das Hülsmann‘s

Ein Restaurant, wo du immer mal hinwolltest, aber noch nie warst? Gibt’s nicht! Ich bin so oft auf der ganzen Welt unterwegs, da bin ich froh, in den „alteingesessenen“ Restaurants zu sein, wo ich meine Klassiker finde.

Dein absoluter Gastro-Geheimtipp-Lieblings-Spot, den du hier mit allen teilen möchtest? Einen Geheimtipp teilt man nicht!

NACHTS

Deine Lieblingsbar oder Dein Lieblingsbartender? Ellington

IMMER

Wo und wann fühlst du dich wie ein „richtiger Düsseldorfer“? Im Stadion bei Fortuna!

Was vermisst du an der Stadt, wenn du nicht in Düsseldorf bist? Meine Freunde + mein Bermudadreieck Roberts, Hülsmann, Olio

Könnte man Düsseldorf essen, schmeckt es nach… Currywurst und Schampus!

Was liebst du am meisten an Düsseldorf? Wenn ich von meinen Reisen zurückkomme, liebe ich es, die Möglichkeit zu haben, mich aufs Fahrrad zu setzen und schnell überall zu sein. Düsseldorf ist klein und überschaubar und hat trotzdem etwas Weltstädtisches.

Was hasst du am meisten an Düsseldorf? Manchmal ist mir Düsseldorf doch wieder zu klein … aber ich komme ja oft genug raus.

Was macht Düsseldorf besonders? Düsseldorf ist ein internationales Dorf, sehr bodenständig, was aber auch zu leben und zu genießen weiß. Düsseldorf ist eine freundliche, offene und schöne Stadt!

STIL

Wo suchst & findest Du Möbel für Deine Wohnung? Bei Jasper Konstruktionen

Deine Top 3 Shopping-Adressen in Düsseldorf? Identita Italiana, Apropos Concept Store, Breuninger

Wo kaufst du am liebsten deine Schuhe & Taschen? Meistens auf Reisen!

Gibt es (einen) Düsseldorfer Designer oder Künstler, den du besonders schätzt und wenn ja, warum? Kai Schäfer, weil er es geschafft hat, mit seiner Arbeit „worldrecords“ die Vergangenheit und die Emotionen von damals in die Neuzeit zu bringen. Durch die Fusion aus Vergangenheit und Gegenwart entsteht etwas ganz Neues – und vor allem sehr schöne Objekte!

Der beste Ort, um Leute zu beobachten? Auf der Bank vorm Olio!

Nach welchen Regeln stylst du dich? Was geht gut und was geht gar nicht? Ich setze eher auf Understatement, echte Qualität und zeitlose Klassiker. Luxuriös ja, aber ohne es nach außen zu tragen. Dicke Labels sind nicht mein Ding.

Beschreibe den typischen Düsseldorfer-Stil in drei Worten: Vor 20 Jahren: Kö, Porschebrille, Schickimicki. 
Heute: facettenreich, offen, selbstbewusst.

Vielen Dank!

Text & Interview: Britt Loercks
Fotos: Robin Hartschen
© THE DORF 2015