Achim Jasper

Name: Achim Jasper
Beruf: Inneneinrichter
Gelernter Beruf: Betonologe

Alter: 55 Jahre
Geburtsort: Düsseldorf
Webseite: www.jasper-konstruktionen.de
Social: Facebook

 

„Bei der Suche nach Qualität begegne ich der Schönheit.“

Der Weg in Achim Jaspers Reich führt durch einen Hinterhof in Düsseldorf Unterbilk, über eine schmale Wendeltreppe hoch in die erste Etage. Achim öffnet die schwere Eisentür zu seinem Loft. Und danach ist nichts mehr schwer. Man betritt sein Refugium und es fühlt sich gut an. Irgendwie perfekt, obwohl es hier gar nicht perfekt ist. Vielleicht ist das das Geheimnis.

„Schönheit entsteht, wenn man Funktion mit Qualität bereichert“, so erklärt Achim seine Philosophie. Aber wie ist er dazu gekommen und was macht er genau? Fragt man ihn nach seinem Beruf, fällt das Wort Gestalter, Gestalter für Lebensräume. Achim stellt seinen Kunden nicht nur eine Küche in den Raum, sondern berät sie zum Beispiel auch dahingehend, die Wohnküche anstelle des Kinderzimmers im schönsten Raum des Hauses zu platzieren. Die Kunden sind ihm dankbar für seine ganzheitlichen Ideen bei der Planung und Realisierung ihrer Räume.

Der Düsseldorfer hat sich selber ein ganz individuelles Reich geschaffen. Nur wenn man etwas genauer hinsieht, entdeckt man kleine dezente Hinweise darauf, dass die Dinge, die man hier sieht, auch käuflich zu erwerben sind. Achims Loft ist Zuhause und Möbelhaus in Einem. Obwohl der Begriff „Möbelhaus“ in diesem Fall eine Beleidigung wäre. Achim lebt und arbeitet zwischen den Gegenständen und Objekten, die man bei ihm kaufen kann. Einige stellt er selber her, andere stammen von exklusiven Kooperationspartnern. Da wird sogar die Heizung zum Designobjekt. Die Kanne aus der er einen Kaffee brüht, ist von Tom Dixon und bei ihm genauso erhältlich wie der Tisch, an dem wir unseren Kaffee trinken.

Die Idee, in ein Möbelhaus zu gehen, in dem acht Küchen steril nebeneinander stehen und mit Plastikobst dekoriert sind, findet Achim irgendwie befremdlich. Noch befremdlicher wird es dann, wenn der Verkäufer den Kunden fragt, ob er einen Kaffee möchte und in einen kleinen Nebenraum verschwindet, um auf einen Knopf zu drücken.

Achim ist der Überzeugung, dass sich die Qualität der Dinge in ihrem Gebrauch zeigt. Wenn man die Objekte benutzt spürt man erst wie hochwertig sie sind. Manchmal sehen sie benutzt noch besser und lebendiger aus. Achim sagt: „Ich liebe Qualität, aber Qualität darf man auf keinen Fall mit Perfektion gleich setzen. Perfektion hat was Tragisches. Perfektion ist das Ende, dann ist es vorbei, dann ist der Schaffensprozess beendet.“

Der qualitative Schönheitsanspruch hat seine Wurzeln. Aufgewachsen in der Düsseldorfer Altstadt, erinnert sich Achim, wie er als Fünfjähriger mit seinem Vater auf dem Carlsplatz Tomaten kaufte. War auch nur ein Nachtschattengewächs im Körbchen nicht von erlesener Qualität, gab es Ärger für den Markthändler. Qualität zu erkennen hat er von seinem Vater gelernt. Aufgewachsen auf der Flinger Straße, konnte Achim aus seinem Hochbett sehen, wie die Hipster der späten Sechziger, zu denen unter anderem Günther Netzer gehörte, in der Boutique Drugstore shoppen gingen. Dabei ging es Achim nicht um die Klamotten, die Günther und seine Jungs kauften, sondern um die Autos, die sie fuhren. „Das war, als wenn man den ganzen Tag mit dem Raumschiff durchs Weltall donnert. Die fuhren mit Schönheiten wie einem Lamborghini Miura oder einem DeTomaso Pantera vor.“ Von Papa gab es die Qualitätsmaßstäbe. Von Günther die Liebe zu den schönen Dingen.

Gelernt hat Achim zunächst Zahntechnik, direkt im Anschluss machte er seine Ausbildung in einem Bauunternehmen. Es folgten Stationen in einer Bronzegießerei, im Maschinenbau und in einer Zimmerei. „Alles mal ausprobieren und dann gucken ob es funktioniert. Wenn du entsprechend neugierig bist, findest du alles heraus,“ sagt er.

Die Liebe zum Metall ist die Konsequenz aus seinen beruflichen Erfahrungen. Bereits Ende der Achtziger Jahre hat er seine erste Schlosserei eingerichtet. Stahl ist heute noch ein wesentliches Element seiner Konstruktionen, kombiniert mit Holz.

Seine gestalterische Ideologie beschreibt er wie folgt: „Es muss das sein, wonach es aussieht. Es darf nicht vortäuschen, etwas anderes zu sein. Folglich sind Resopalplatten, die aussehen wie Stein oder Holz ein Tabu. Oder Laminat, das geht gar nicht, das ist ein No-Go. Meine Philosophie: Eine Einrichtung muss funktional sein, use it or lose it.“ Hergestellt werden seine Konstruktionen nur ein Stockwerk tiefer in der hauseigenen Werkstatt.

Achim ist in seinem Leben schon viel rumgekommen. Zusammen mit seinem Bruder Roman, dem Inhaber des Restaurants Olio, importierte er schon in den Neunziger Jahren Olivenöl aus Italien. Auf die Idee, Düsseldorf zu verlassen, kam er nie. Er schätzt seine Heimatstadt aus den unterschiedlichsten Gründen. „Ein wunderbares Argument für Düsseldorf ist die enorme Erreichbarkeit, weil der Flughafen nur zehn Minuten entfernt ist. Mit dem Auto ist man schnell in Holland, Frankreich oder Belgien und es gibt in Düsseldorf nichts, was man nicht kaufen kann. Düsseldorf hat eines der schönsten zugänglichen Flussufer, die ich kenne, man kann hier tatsächlich am Strand liegen. Das hat eine unglaubliche Lebensqualität. Es gibt eine Vielzahl an gastronomischen Möglichkeiten, die hochwertig und bezahlbar sind. Und nicht zuletzt die Kunstakademie und das hohe Maß an präsenter Kunst und Kultur.“

Tipp der Redaktion: Einfach mal in der Bachstraße bei Achim Jasper vorbeischauen, ein bisschen Zeit mitbringen und höflich um einen Kaffee bitten. Der ist nämlich wirklich gaumenschmeichlerisch.

Jasper Konstruktionen
Bachstraße 47
40217 Düsseldorf

Termine nach Anmeldung unter Telefon +49 211 325678

MORGENS

Guten Morgen – wo trinkst du morgens Deinen Espresso in der Stadt, um wach zu werden? Bei Bedri am Büdchen

Zum Sonntags-Brunch und ausgedehnten Frühstück trifft man dich… im Bett

Den besten Kaffee gibt es… in der Bar Olio

MITTAGS

Lecker, gesund und frisch lunchen gehst du in Düsseldorf… im Lido Bistro

NACHMITTAGS

Deine Lieblingsroute zum Spazierengehen, Schlendern, Kopf-Frei-Kriegen: am Rhein hinter der Lausward

Drei Plätze in Düsseldorf, die du deinen Gästen unbedingt zeigen musst: Carlsplatz, Hofgarten, Uerige

Zum Kaffeeklatsch mit Küchlein & Co. trifft man dich hier: Heinemann

ABENDS

Wo verbringst du am allerliebsten einen gemütlichen Abend mit Freunden oder der Familie? Hier in meinen Räumen

Welches Restaurant repräsentiert für dich am meisten den typisch-charakteristischen Geschmack von Düsseldorf? Bar Olio und das Füchschen

Ein Restaurant, wo du immer mal hinwolltest, aber noch nie warst: Nagaya

Dein absoluter Gastro-Geheimtipp-Lieblings-Spot, den du hier mit allen teilen möchtest? Die Sennhütte

Dein Lieblings-Altbier: Leffe Bruin

NACHTS

Deine Lieblingsbar oder Dein Lieblingsbartender sind: Bar Ellington

Eine ganz besondere, erinnerungswürdige Nacht in Düsseldorf hast du wo verbracht? Im Malkasten

Dance the night away! Getanzt wird hier: freitags im chateau fick

IMMER

Wo und wann fühlst du dich wie ein „richtiger Düsseldorfer“? Nachts um 3 auf der Bolkerstraße

Was vermisst du an der Stadt, wenn du nicht in Düsseldorf bist? Die schnoddrigen Typen, die es zum Glück noch gibt

Könnte man Düsseldorf essen, schmeckt es nach… Sushi

Was liebst du am meisten an Düsseldorf? Das Gefühl alles erreichen zu können. Diese kleine Stadt hat ein unglaubliches Spektrum

Was hasst du am meisten an Düsseldorf? Den Regulierungswahn, die Vorschriften, die ein Erleben von Kunst immer mit dem Kommerz verbindet. Also der Verlust der Subkultur.

Gibt es Plätze oder Orte in der Stadt, die dich in deinem Job inspirieren? Der Blick auf den Rhein. Vom Funkturm auf die Stadt zu gucken. Das K 21, der Ehrenhof

STIL

Wo suchst & findest Du Möbel für Deine Wohnung? In Mailand und in meiner Werkstatt

Deine Top 3 Shopping-Adressen in Düsseldorf? Ela, Apropos, jasper konstruktionen

Gibt es (einen) Düsseldorfer Designer oder Künstler, den du besonders schätzt und wenn ja, warum? Charles Wilp, der hatte den unbeschwert, verrückten Geist der Sechziger in sich.

Der beste Ort, um Leute zu beobachten? KIT

Nach welchen Regeln stylst du dich? Was geht gut und was geht gar nicht? Weniger ist mehr. Nur zu Hochzeiten im Anzug

Beschreibe den typischen Düsseldorfer-Stil in drei Worten: man versucht sophisticated rüberzukommen

ALLGEMEIN

Was ist dein Lieblingsessen? Lammcarree mit Bohnen

Wo oder wobei kannst du am besten entspannen? Beim Auto fahren, dabei Musik hören oder mit dem Notizbuch in der Hand in der Sonne liegend, und natürlich träumen, ohne etwas zu schreiben

Dein Lieblingsreiseziel ist? 5-terre, Golf v. Neapel, liparische Inseln

Welches Buch liegt aktuell auf dem Nachtisch? Die Konquistadoren, die Eroberung Lateinamerikas

Welchen Kinofilm hast du zuletzt gesehen? Too late

Dein All-Time-Favorite-Movie? Die Entführer lassen grüßen

Aktuell läuft auf deiner Playlist/deinem Plattenspieler? Nina Hagen Band

Dein All-Time-Favorite-Song? Back Door Man, The Doors

Für welchen Verein schlägt dein Herz? So etwas hab ich nicht. Im Zweifel Fanclub der Wildecker Herzbuben


Vielen Dank!

Der Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit dem Magazin KÖNIGSALLEE. Das Magazin erlebt am 12. Mai 2017 seine Premiere und ist im Zeitschriftenhandel erhältlich. Auf 132 opulent bebilderten Seiten geht es um Fashion, Kosmetik, Kunst, Kultur, Design, Food und Autos. Alle Infos auf www.koenigsallee-duesseldorf.de

Text & Interview: Britt Lörcks
Fotos: Melanie Zanin
Produktion: David Holtkamp